Ratgeber

Ärztepfusch - Ihr Recht bei ärztlichen Behandlungsfehlern

Behandlungsfehler von Ärzten
Bildquelle: sfam_photo / Shutterstock.com
Ärztepfusch
Behandlungsfehler von Ärzten: Was zu tun ist, wenn der Verdacht naheliegt, dass ein Behandlungsfehler seitens des Arztes oder Krankenhauses stattgefunden hat, klären wir in diesem Ratgeber. Bildquelle: sfam_photo / Shutterstock.com

Es ist ein Tatsache, dass die Anzahl von Operationen und Eingriffen sowie verordneten Therapiemaßnahmen zugenommen hat. Im gleichen Zeitraum hat allerdings auch die Geduld der Patienten spürbar abgenommen. Ganz egal, welche Art ärztlicher Leistungen im Fokus steht, Betroffene und Angehörige hinterfragen diese oftmals sehr kritisch. Das passiert nicht nur dann, wenn offenkundig ein Schaden entstanden ist - zum Beispiel wenn der Arzt das OP-Besteck im Bauchraum vergessen hat - sondern auch dann, wenn der erhoffte und erwartete Behandlungserfolg nicht eintritt

Die Distanz zwischen Mediziner und Patient ist größer geworden.Es ist nicht mehr an der Tagesordnung, dass ein ausgeglichenes Vertrauensverhältnis besteht. Und wenn das Vertrauen fehlt, neigen Patienten dazu, Behandlungsergebnisse anzuzweifeln und juristisch aufarbeiten zu lassen.

Checkliste bei möglichen Behandlungsfehlern

  • Verdacht prüfen: Gespräch mit Arzt führen, Behandlungsverlauf allein oder gemeinsam mit Arzt prüfen
  • Dokumentation : Bei Verdacht auf Behandlungsfehler Dokumentation des Arztes begutachten lassen
  • Kausalität feststellen: Zusammenhang zwischen Fehler und Schaden laut Dokumentation nachweisen können
  • Rechtliche Schritte: Schadensersatz und Schmerzensgeld feststellen lassen, außergerichtlich oder gerichtlich vorgehen, Kosten der rechtlichen Schritte ins Verhältnis zum Schaden und den Erfolgsaussichten setzen

Statistiken zum Ärztepfusch und zu Behandlungsfehlern

Wenn eine medizinische Behandlung nicht unter Beachtung des aktuellen Erkenntnisstands der medizinischen Wissenschaft durchgeführt wurde, so liegt ein Behandlungsfehler vor. Dieser kann aus einem Tun oder aus einem Unterlassen heraus resultieren. Damit folgt möglicherweise die Konsequenz, dass der behandelnde Arzt zivil-, ordnungs- oder strafrechtlich haften muss.Zurückblickend in das Jahr 1984 starben geschätzt zwischen 44.000 bis 98.000 Menschen jährlich in den Krankenhäusern aufgrund von Behandlungsfehlern (hochgerechnet in Statistiken aus relativ wenigen Daten einzelner Staaten der United States).Seither hat sich viel getan, darin eingeschlossen die Arbeiten vom Autor der Studie, welche bis in die 1990er von diesen niedrigen Schätzungen aus weitergeführt wurde.

Die „Centers for Disease Control and Prevention“ berichten zum Beispiel derzeit von 75.000 Patienten, die jährlich allein in Krankenhäusern, nur aufgrund von Infektionen, gestorben sind – und das ist nur eine von vielen Ursachen und betrifft weiters nur eine einzige Behandlungssituation. Von allen Ursachen zusammen gab es auch zahlreiche andere Studien, darunter  "A New, Evidence-based Estimate of Patient Harms Associated with Hospital Care“ von John T. James, PhD, in der eine Zahl von 400.000 unnötigen Todesfällen allein in Krankenhäusern pro Jahr geschätzt wurde. Weniger als ein Viertel der Behandlung erfolgt in Krankenhäusern. Betrachtet man alle Pflegeeinrichtungen, sind die Zahlen höher.

In einer weiteren Studie, wurde festgestellt, dass in den Jahren 2000 bis 2002 unter den 37 Millionen Krankenhauseinweisungen in der krankenversicherten Bevölkerung über 1.140.000 Vorfälle mit Gefährdung der Patientensicherheit aufgetreten sind. Die mit medizinischen Fehlern verbundenen Krankenhauskosten wurden allein im Oktober 2008 auf 324.000.000 Dollar geschätzt.

Pro Jahr werden zwischen 15.000 und 19.000 Klagen aufgrund von Behandlungsfehlern, oder auch "Kunstfehler" genannt gegen Ärzte eingereicht. Diese sind alle als Schätzungen in der Welt des Gesundheitswesens zu betrachten, denn „Whistleblower“ haben aufgedeckt, dass viele Behandlungsfehler ganz anders dokumentiert werden, als sich diese in Wirklichkeit zugetragen haben. Es wird weithin angenommen, dass die statistischen Ergebnisse der Behandlungsfehler schlecht dokumentiert und wissentlich verfälscht sind.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Blick auf den Arzt geändert. Während zunächst von einem Kunstfehler die Rede war – man sprach schließlich von der Kunst des Arztes - änderte sich der Begriff zum Behandlungsfehler. Patienten betrachteten den Arzt als einen Dienstleister, der dem Patienten eine Behandlung schuldet. Nun ist der Begriff Ärztepfusch an der Tagesordnung, was den Gedanken an ein Handwerk etabliert. Der Arzt ist also von einem Künstler, für den eine rechtliche Schuldzuweisung fremd ist, zum Handwerker geworden, von dem der Patient das Gut der Gesundheit einfordern kann.

Dokumentation im TV zu Behandlungsfehlern von Ärzten

Vorgehensweise bei Verdacht auf Behandlungsfehler

Der erste Schritt, den Patienten gehen sollten, wenn sie sich falsch behandelt fühlen, ist das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Denn in aller Regel erhalten Patienten nur dort eine klare oder zumindest verwendbare Aussage. Patienten müssen heutzutage das Behandlungsrisiko nicht mehr grundsätzlich als Schicksal hinnehmen. Wer glaubt als Laie keine Chance gegen Ärzte zu haben, der irrt.

Der einzige Weg, konkrete Antworten zu erhalten ist, konkrete Fragen zu stellen. Patienten sollten sich im Detail erläutern lassen, aus welchen Gründen eine falsche Diagnose gestellt wurde, warum eine Therapie nicht angeschlagen hat oder aus welchen Gründen weitere, vorher nicht geplante Eingriffe durchgeführt werden müssen. Patienten sollten immer nach den Dingen fragen, die anders gelaufen sind, als sie hätte laufen sollen. Oft gibt es ganz plausible Erklärungen, die Patienten nachvollziehen können.

Behandlungsverlauf bei Verdacht auf Fehler prüfen

Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet behandelnde Ärzte dazu, Patienten über offenbare Behandlungsfehler auf Nachfrage zu informieren. Festgeschrieben ist das in Paragraph 630c Abs. 2 Satz 2 BGB. Wenn der Patient also nach dem Gespräch mit dem zuständigen Arzt kein zufrieden stellendes Gesprächsergebnis verzeichnen kann, so sollte der Behandlungsverlauf überprüft werden.

Ausnahmen bestehen natürlich bei eindeutiger Sachlage. Hat ein Arzt das Bauchtuch im Bauch des Patienten vergessen oder andere offensichtliche Fehler gemacht, braucht der Behandlungsverlauf nicht geprüft zu werden, da der Fehler ganz offensichtlich ist. Dann haftet der Arzt für seinen Fehler und die Schwierigkeiten, die dem Patienten dadurch entstehen. So einfach ist es in der Praxis jedoch meistens nicht. Die Sachverhalte sind oft viel komplizierter und für die Überprüfung stehen den aufgeklärten Patienten verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Den Behandlungsverlauf sollten Patienten explizit aufschreiben. Es sollte formuliert werden, wie der Sachverhalt aus Patientensicht aussieht, denn der Patient ist am nächsten am Geschehen dran und manche Informationen, die der Patient hat, stehen überhaupt nicht in den Unterlagen. Außerdem hilft das Gedächtnisprotokoll dabei, die Behandlungsunterlagen zu bewerten. Niemand sonst kann so zuverlässige Informationen niederlegen wie der Patient selbst. Im Rahmen einer Behandlungsfehlerprüfung sind Patienten die Informationsquellen, auf die immer wieder zurückgegriffen wird.

Vor dem chronologischen Erfassen des Behandlungsverlaufs sollte der Patient alle aus seiner Sicht relevanten Beobachtungen, Auffälligkeiten und auch mündliche Äußerungen notieren.

Behandlungsdokumentation anfordern und sichern

Patienten können nur dann eine vollständige Überprüfung vornehmen, wenn sie Zugriff auf die Behandlungsdokumentation haben. Patienten haben das Recht auf vollständige Einsicht, das steht in Paragraph 630g Abs. 1 BGB. Die Anforderungen von Behandlungsunterlagen kann der Patient selber machen, er kann seine Krankenkasse beauftragen oder auch die Schlichtungsstelle bzw. einen Rechtsanwalt hinzuziehen. Im Zuge dessen muss der Patient den Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Patienten dürfen die Behandlungsunterlagen entweder im Original in den Räumen des Krankenhauses oder der Arztpraxis oder in Kopie gegen Erstattung der Kopierkosten einsehen. Kopien sind vorzuziehen, denn diese kann der Patient behalten. Die Kosten, die dabei entstehen, können später im Rahmen des Schadenersatzes geltend gemacht werden.

Kausalität: Zusammenhang zwischen Behandlungsfehler und Schaden

Das Ziel von geschädigten Patienten ist, eine Entschädigung für die fehlerhafte Behandlung durch den Arzt zu erlangen. Welche Schäden allerdings die Folge eines Behandlungsfehlers sind, ist aufgrund der Komplexität nur schwer zu klären.

Ausgehend davon, dass einem Arzt ein Behandlungsfehler nachgewiesen werden kann, kann sich folgende Situation ergeben. Der Behandlungsfehler besteht zum Beispiel darin, dass der Arzt den Patienten nicht aufgeklärt oder fehlerhaft behandelt hat. Das alleine reicht noch nicht, um einen Schadenersatz zu begründen. Dafür ist es notwendig, dass der Fehler die Ursache für den Schaden ist. Wenn also grundlegend geklärt ist, dass ein Behandlungsfehler vorliegt, dann muss der Patient im nächsten Schritt nachweisen, dass dieser Behandlungsfehler seine Gesundheit geschädigt hat.

Die Verletzung oder den Schaden, den ein Patient davongetragen hat, bemerkt dieser sofort. Das ist auch häufig der Grund, dass ein Patient dazu neigt, den Behandlungsverlauf überprüfen zu lassen. Wenn zum Beispiel ein Krankenhausaufenthalt von drei Tagen geplant war, daraus aber drei Wochen werden weil statt einer Operation mehrere Eingriffe durchgeführt wurden, dann ist nicht schwer zu beweisen, dass es dem Patienten nach der Operation schlechter ging als vorher. Das ist allerdings nur ein gedanklicher Zwischenschritt.

Den Sollzustand festzustellen ist eine der größten Schwierigkeiten, die sich im Kampf um den Schadenersatz stellt. Grund hierfür ist, dass ein Arzt einen Heilungserfolg nicht garantieren kann. Deshalb ist der Behandlungsvertrag, den der Arzt mit dem Patienten schließt übrigens auch kein Werkvertrag, der das Liefern einer ganz bestimmten Leistung schuldet. Fakt ist, dass jede ärztliche Behandlung mit Komplikationen verbunden ist, die die Lebensqualität eines Patienten langfristig beeinträchtigen kann. Selbst wenn eine Therapie korrekt durchgeführt wird, drohen immer Komplikationen, die den Patienten schädigen könnten. Eine Garantie für einen idealen Behandlungsverlauf gibt es nicht. Die meisten Gutachter haben deshalb große Schwierigkeiten, juristische Fragen nach dem Sollzustand, also nach dem Ergebnis eines fehlerfreien Behandlungsverlaufs, zu beantworten.

Arzthaftungsrecht

Das Arzthaftungsrecht regelt effizient die Vermeidung von Fehlern. Ein Patient muss nicht mehr klaglos einen Schaden akzeptieren, der durch einen möglicherweise zu vermeidenden Fehler in der Behandlung entstanden ist. Die Schadenregulierung sollte in der Tat zu einer Selbstverständlichkeit werden, genauso wie in anderen Berufssparten.

Im Gegenzug müssen Patienten anerkennen, dass Ärzte Menschen sind und Menschen Fehler machen können. Diese wechselseitige Beziehung sollte die Basis für eine funktionierende Kommunikation sein. Behandlungsfehler passieren in allen Gebieten der Medizin. Allerdings hat sich ein deutlicher Schwerpunkt in der Chirurgie, der Orthopädie und der Gynäkologie ausgebildet. Grund hierfür ist, dass die Patienten nach einer Operation sehr schnell wahrnehmen, ob eine Behandlung angeschlagen hat oder nicht.

Schmerzensgeld und Schadenersatz

Zunächst einmal ist eine außergerichtliche Einigung zwischen der Haftpflichtversicherung des Arztes und dem Patienten generell anzustreben. Schmerzensgeld und Schadensersatzforderungen sind auf dieser Ebene angesiedelt. Und das ist es, um das es den meisten Betroffenen geht. Sie wollen für den erlittenen Schaden Genugtuung und Entschädigung.

Falls es nicht gelingt, sich auf die außergerichtlichen Möglichkeiten zu verständigen – das können auch Schlichtungsverfahren über die Krankenkasse oder eine andere neutrale Stelle sein – stehen dem Geschädigten gerichtliche Möglichkeiten offen. Diese sollten jedoch nicht überhastet eingeleitet, sondern in aller Ruhe und im Detail mit einem versierten Fachanwalt für Arzthaftung ausgearbeitet werden.

Außergerichtliche Einigungsmöglichkeiten bei Ärztepfusch

Sobald der Rechtsanwalt geklärt hat, ob dem Geschädigten Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld zusteht und gegen wen sich der Anspruch richtet, macht der Anwalt diese Ansprüche gegenüber dem festgestellten Gegner geltend und setzt dabei eine Frist. Im Rahmen des so genannten außergerichtlichen Anspruchsschreibens wird in allen Einzelheiten erläutert, wie sich der Sachverhalt darstellt. Außerdem wird der Tatbestand bewertet. Die Bewertung inkludiert eine Begründung darüber, wo aus Sicht des Geschädigten der Fehler liegt und welcher Schaden dieser verursacht hat. Hinzu kommt die beweisrechtliche Würdigung.

Im Rahmen des ersten außergerichtlichen Anspruchsschreibens sollte man noch nicht beziffernwie hoch ein Schadens- oder Schmerzensgeldanspruch ausfallen soll. Hierbei geht es um reine Taktik. Zu früh geäußerte Zahlen können eine sachliche Auseinandersetzung sehr schnell auf die emotionale Ebene führen, was meistens der Fall ist, wenn es um Schadenersatz und Schmerzensgeld geht. Stattdessen ist es empfehlenswert, dem betreffenden Gegner ausdrücklich dazu aufzufordern, die Haftpflichtversicherung über den Schaden zu informieren. Auf diese Weise kann die Haftpflichtversicherung des Arztes über die Ansprüche entscheiden. Die Praxis zeigt, dass auf ein außergerichtliches Anspruchsschreiben nur selten in der gesetzten Frist reagiert wird, so dass eine Erinnerung regelmäßig notwendig ist.

Gerichtsverfahren bei Behandlungsfehlern

Falls es dem Geschädigten nebst Anwalt nicht gelingt, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, bleibt noch der Weg der Klage offen. Im Rahmen einer Klage sind alle Ansprüche des Geschädigten (Kläger) explizit zu begründen. Hinzu kommt, dass für alle Schadenspositionen prüfbare Belege und Nachweise beigebracht werden müssen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist es sinnvoll, bereits in der Vorbereitung zur Klage alle Belege zu sammeln sowie Termine und Kosten zu notieren. Es ist unter anderem auch nachzuweisen, wie hoch der Verdienstausfall gewesen ist, der gegebenenfalls eingeklagt wird. Hier sind persönliche Verhältnisse darzustellen, um die Schäden der Haushaltsführung glaubhaft zu machen. Ähnlich wie bei der Steuererklärung müssen z. B. detaillierte Kilometer-Aufstellungen über die Fahrten zur Therapie zum Arzt etc. aufgelistet werden.

Sobald die Klage anhängig ist, beginnen die Parteien mit dem Austausch der Argumente. Inwieweit die Aussagen richtig oder falsch sind, kann ein Gericht im Prinzip nicht beurteilen. Deshalb zieht es medizinische Gutachter (Sachverständige) hinzu. Ein Gericht erlässt fast ausnahmslos einen Beweisbeschluss. Dabei tragen beide Seiten ihre Sicht des Sachverhaltes vor. Aus diesen Schilderungen ergeben sich Fragen, die beantworten sollen, ob und wie der Beklagte einen Behandlungsfehler begangen hat und welcher Schaden dabei entstanden ist.

Ausnahmeregeln: Zahnarzthaftung und ausländische Ärzte

Ein Spezialfall ist übrigens die Zahnarzthaftung. Im Unterschied zu den typischen ärztlichen Behandlungen gibt der Zahnarzt eine Gewährleistung auf seine Leistungen. Treten Mängel auf, muss er nachbessern. Wenn es also im Rahmen des Zahnersatzes zu gesundheitlichen Problemen kommt, können Betroffene zunächst um Nachbesserung bitten.Ein weiterer Sonderfall ist die Behandlung durch Ärzte mit Sitz im Ausland.

Das Risiko dass die Kosten für einen Arztbesuch von der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland nicht übernommen werden, besteht. Doch es gibt auch Möglichkeiten sich im Vorfeld über die Kostenübernahme von Behandlungen abzusichern. Geschieht allerdings bei diesen Behandlungen ein Fehler, werden Betroffene die Kosten für eine gerichtliche oder außergerichtliche Auseinandersetzung im Ausland selber tragen müssen.

Rechtsschutzversicherungen, die diese Risiken tragen, gibt es zurzeit nicht.

Gegen Behandlungsfehler vorgehen kostet Geld

Grundsätzlich ist das Themenfeld von Behandlungsfehlern komplex. Ohne einen versierten Fachanwalt haben Patienten kaum eine Chance, zu ihrem Recht kommen. Die Schwierigkeiten beginnen schon damit, die Haftungsfrage zu klären. In den verzweigten Konstrukten von Krankenhäusern, Trägern, Belegärzten und Pflegediensten überschneiden sich die Rechtsbezüge und müssen detailliert auseinander dividiert werden. Nur wer den richtigen Ansprechpartner kennt und sicher weiß, wer für einen eventuellen Behandlungsfehler haftbar gemacht werden kann, kann seine Ansprüche an der richtigen Stelle geltend machen. Das hat Einfluss auf den Fristlauf, Verjährung oder gesetzliche Hemmungen.

Da eine Einigung auf außergerichtlicher Ebene ein sensibles Feld ist, bei dem mit Sachverstand und argumentativ geschickt vorgegangen werden sollte, ist Geduld gefragt. Ein guter Fachanwalt kostet Geld, auch und gerade bei der Klärung außergerichtlicher Fragen. Kommt es jedoch zum Prozess, steigen die Kosten sprunghaft an. In Abhängigkeit vom Gegenstandswert (das ist in der Regel die Summe, um die es im Prozess geht) werden Honorare festgelegt. Ohne eine gute Rechtsschutzversicherung kann eventuell die Prozesskostenbeihilfe oder ein Prozessfinanzierer bemüht werden.

Im schlimmsten Fall jedoch bleiben Betroffene auf den Kosten sitzen.Was Betroffene tun können, welche Wege sie im Detail beschreiten und wie sie eine außergerichtliche Klärung im Vorfeld günstig beeinflussen können, ist auf diesen Seiten zusammengestellt.

Laura Schneider

Laura Schneider

Laura Schneider ist Redakteurin für Schoenheitsoperationen-Ratgeber.de. Laura schreibt seit vielen Jahren für diverse Beauty- und Lifestyle Blogs und Magazine und interessiert sich auch privat für nahezu alle Themen rund um Gesundheit, Schönheit und Wellness.