Die Cellulite Entfernung

Cellulite Entfernung
Für viele Frauen ein unschönes Merkmal des älter werdens: Cellulite als Folge nachlassender Spannkraft der Haut.

Wenn man ein beliebiges Geschäft betritt, das Kosmetika führt – dabei kann es sich einen Discounter handeln oder um die Niederlassung einer namenhaften Kette – kommt man früher oder später an einem Regal mit Cellulite-Produkten vorbei. Diese schwirren für gewöhnlich im Umfeld der Cremes und Bodylotions herum und versprechen Linderung der lästigen Dellen in kurzer Zeit, nachhaltig und vor allem bei jedem Produkt wissenschaftlich bestätigt.

Obwohl sicherlich jeder Kundin bei dem Anblick dieser Produkte schwant, dass irgendwas daran faul sein könnte, geben Frauen in Deutschland im Durchschnitt beinahe eine Milliarde Euro für solche Lotionen aus und weitere fünf Milliarden für andere Hilfen.

Die Bezeichnung Cellulitis ist übrigens nicht gleich bedeutend mit Cellulite, auch wenn manche bekannte Frauenmagazine die beiden Begriffe so verwenden, als handle es sich um Synonyme. Cellulitis ist im Gegensatz zur Cellulite eine entzündliche Krankheit, die das Unterhautgewebe betrifft und hauptsächlich im Kindesalter auftritt.

Um das Phänomen der Cellulite und seiner Behandlung, das anscheinend jede Frau befällt, wie es entsteht und sinnvoll zu behandeln ist – welche Methoden wirken und welche reine Quacksalberei sind – geht es auf diesem Ratgeber-Portal.

Was ist Cellulite?

Cellulite ist als keine Hautkrankheit, sondern eine Hautveränderung, die meistens an den Oberschenkeln, den Oberarmen, den Hüften und am Gesäß auftritt. Unter besonderen Umständen kann es auch die Unterschenkel und Unterarme befallen. Die Veränderungen zeigen sich als Beulen und Dellen, die nach Grad der Veränderung mehr oder minder deutlich ausgeprägt sind.

Insgesamt werden drei Ausprägungsgrade der Cellulite unterschieden:

  • Grad eins: Die Haut erscheint bei Betrachtung normal und unverändert. Wenn eine Hautfalte leicht zusammengekniffen wird, erscheinen einige kleine Dellen und Beulen an der Hautoberfläche.
  • Zweiter Grad: Wenn die Frau steht, erkennt man – auch ohne dass die Haut zusammengekniffen wird – Dellen und Beulen an der Oberfläche. Im Liegen sind diese kaum oder gar nicht zu sehen.
  • Dritter Grad: Die Dellen sind selbst im Liegen jederzeit deutlich sichtbar.

Die Cellulite verursacht insgesamt aber niemals Beschwerden oder Schmerzen in irgendeiner Form, ist als solche also ein rein ästhetisches Problem.

Ursachen für Cellulite

Cellulite tritt nur bei Frauen auf. Die Gründe hierfür liegen in der Struktur ihres Bindegewebes und der Art, wie sie Fettgewebe einlagern. Sowohl das Bindegewebe, als auch das Fettgewebe und die Art der Einlagerung bei letzterem unterscheiden sich bei Männern drastisch von der Art der Frauen.

Frauen lagern Fett nämlich erstens sehr stark an den Hüften, den Beinen und den Oberarmen ein – was Männer nicht tun. Sie lagern Fett vornehmlich am Bauch ein. Hier liegt auch der Grund für die so genannten Reiterhosen, also eine im Gegensatz zum restlichen Körper unverhältnismäßige Einlagerung von Fett an den Oberschenkel.

Zweitens lagern Frauen sehr stark Fett in der Unterhaut ein, sprich in einer Zone, die unter den eigentlichen Hautschichten liegen. Dort wird das Fett in speziellen Zellen, den so genannten Lipozyten gespeichert, die in großen Depots zusammen als Zellhaufen das Fett beinhalten. Mehrere dieser Zelldepots liegen in mehr oder minder großen Haufen nebeneinander unter der Haut verteilt. Zwischen diesen Fettdepots verlaufen Bindegewebestränge, die gewissermaßen wie Stützbalken das Gewebe stabilisieren.

Diese Stränge sind für die mechanische Stabilität des Unterhautfettgewebes und der Haut an sich notwendig. Die Bindegewebestränge verlaufen kreuzartig unter der Haut entlang. Obwohl ein solcher Bindegewebestrang an sich natürlich sehr dünn und äußerst fein ist, hat er im mikroskopischen Sinne eine relativ große Höhe. Bedingt durch diese Höhe und die kreuzartige Struktur der Bindegewebestränge unterteilt die Fettdepots von ihrer Form her in eine Art Fettsäulen, die senkrecht zur Haut verlaufen.

Die Haut selbst, die über den Fettdepots liegt, ist relativ dünn und nicht durch weitere Bindegewebebänder oder –schichten von dem Unterhautfett abgetrennt. Mit einer zunehmenden Erschlaffung der Haut im Alter beziehungsweise einer nachlassenden Elastizität des Bindegewebes oder auch bedingt durch Übergewicht können sich die Fettdepots in ihrer Säulenform durch die Haut hindurch abzeichnen und so die typischen Dellen und Beulen bilden. Obwohl bei übergewichtigen Frauen Cellulite aufgrund der vergrößerten Fettdepots häufiger vorkommt als bei normalgewichtigen Frauen, können diese trotzdem auch schon in jungem Alter betroffen sein, wenn sie ein weniger straffes Bindegewebe haben.

Wenn Cellulite erst ein Mal entstanden ist, können die Fettdepots zudem die Zirkulation von Flüssigkeit im Gewebe behindern. Vornehmlich die Lymphzirkulation wird durch die Fettdepots erschwert. Dabei kann es vorkommen, dass sich Flüssigkeit im Gewebe temporär sammelt und zu weiteren Schwellungen führt, die das Gesamtbild noch weiter beeinträchtigen und dadurch die Dellen noch deutlicher hervortreten lassen.

Häufigkeit für Cellulite

Insgesamt sollte sich keine Frau benachteiligt fühlen, wenn sie Cellulite hat, denn Cellulite kommt bei beinahe jeder Frau vor und stellt eigentlich den Normalfall dar. Nachfolgend Zahlen zu der Häufigkeitsverteilung: In Europa haben acht von zehn Frauen im Alter von bis zu 25 Jahren Cellulite in einer der drei Ausprägungsstufen. Bei den Frauen in der Alterskategorie bis zu 40 Jahre haben ungefähr 90% aller Frauen mit dem Problem Cellulite zu tun und bei den bis zu 60-jährigen Frauen sind es fast 98%.

Cellulite ist also kein Problem, von dem nur einige wenige Frauen betroffen sind und für das man sich schämen müsste. Die Dellen und Beulen an den Schenkeln und Armen sind bei fast jeder Frau zu finden und sind der Normalzustand.

Tatsächlich wurde Cellulite erst ungefähr 1963 zu einem Problem definiert, als ein Pariser Arzt ein Mittel gegen Cellulite, eine Bürste, die eine spezielle Seife enthielt, auf den Markt brachte. Danach begann eine wahre Hysterie um die Hautveränderung und immer mehr Mittel wurden hergestellt, die eine schnelle Hilfe versprachen. Erst in der Folge dieser Entwicklung wurde Cellulite zu einem Problem gemacht.

Zur Zeit Christians Rubens (1805 bis 1875) war die Cellulite noch kein Problem – zumindest malte Rubens die Frauen, die auf seinen Bildern auch eher dem barocken Schönheitsideal entsprechend einige Kilogramm mehr auf ihren Hüften hatten, mit vollständig ausgebildeter Cellulite.

Maßnahmen gegen Cellulite

Im Folgenden Abschnitt geben wir einen annähernd vollständigen Überblick über die gesamte Bandbreite der Cellulite-Therapien und ihre Wirksamkeit. Die Menge der angebotenen Produkte ist sehr groß und ihre Wirkungsprinzipien sehr unterschiedlich, so dass wir uns auf die gängigsten Methoden beschränken.

Vakuumverfahren – Heilung durch Unterdruck

Geräte, die eine Verbesserung einer Cellulite durch Unterdruck oder ein Vakuum versprechen, können unterschiedliche Formen haben. Zumeist handelt es sich um Saugglocken oder –röhren, die die Patienten sich selbst auf die zu behandelnden Körperregionen aufsetzen und dann durch einen Hebel oder eine Pumpe die Röhre beziehungsweise Glocke weitgehend von der Luft leert.

Die Ideen dahinter können vielfältig sein, zumeist wird aber davon ausgegangen, dass durch den Unterdruck vermehrt Blut in die betreffende Region strömt und dieses dann Stoffwechselschlacken austrägt, die an der Cellulite schuld seien und sich im Fettgewebe ansammelten. Leider sind Stoffwechselschlacken nicht verantwortlich für eine Cellulite und auch eine gestörte Mikrozirkulation lässt sich auf diese Art und Weise nicht wieder in Gang bringen, so dass diese Verfahren generell als vollkommen nutzlos zu bewerten sind.

Wenn ein Effekt auftritt, so hängt er damit zusammen, dass die Haut, an die ein Vakuum angelegt wird, tatsächlich kurzfristig besser durchblutet wird, und so an Volumen gewinnt. Dadurch treten die Dellen und Beulen eben nicht mehr so deutlich hervor und für eine kurze Zeit wird so die Cellulite kaschiert. Tatsächlich beseitigt wird sie aber dennoch nicht. Den Effekt der besseren Durchblutung könnte außerdem von jeder Frau selbst leichter erzeugt werden: durch eine einfache Massage.

Massagen, Wechselbäder, Bürsten – Verbesserung der Durchblutung

Alle Methoden, die darauf abzielen, die Durchblutung der Haut zu verbessern, haben tatsächlich, zumindest in einem kleinen Rahmen, eine gewisse Wirksamkeit. Der Grundgedanke aller Methoden, die auf Wechselbäder, Abreiben mit Bürsten, speziellen Massagetechniken oder Ähnlichem beruhen, ist der, dass eine Cellulite durch eine verbesserte Durchblutung beseitigt werden könne. Dabei werden häufig recht phantasievolle Gründe angeführt, warum dies so sei.

Die Stoffwechselschlacken werden beschuldigt und zusätzlich gesteigerte Fettverbrennung ins Feld geführt. Diese Probleme sollen durch eine verbesserte Durchblutung der Haut gelöst werden. Allerdings greifen diese Maßnahmen nicht die Ursachen einer Cellulite an und verfehlen so eine nachhaltige Wirkung.

Das, was hilft, ist einzig und allein die verbesserte Durchblutung der Haut. Diese wird dadurch nämlich voluminöser, also dicker. Wie eine Decke, die einen Gegenstand besser verhüllt, als ein dünnes Tuch, bedeckt sie so die Köpfe der Fetteinlagerungen unter der Haut und kaschiert sie gewissermaßen. Dieser Effekt schwindet jedoch relativ schnell wieder, wenn die Haut in ihren normalen Durchblutungszustand zurückkehrt. Für eine kurzfristige, kleine Verbesserung mag dies alles helfen, eine langfristige Verbesserung ist dabei jedoch nicht in Sicht. Zumal die meisten dieser Methoden so aufwendig sind, dass sie der Mühe nicht lohnen – und genau so wenig auch die Kosten, die sie mit sich bringen.

Thermowickel – Fettschmelze durch Cellophan

Wenn Fettpolster für die Cellulite verantwortlich sind, so die Überlegung, bedeutet deren Reduktion auch gleichzeitig eine Verbesserung der Cellulite. Bei Thermowickeln soll diese Reduktion des Unterhautfettgewebes durch das Einwickeln der betreffenden Körperregion in Cellophan geschehen beziehungsweise bei etwas differenzierteren Methoden durch andere, speziellere Bandagen.

Unter dem Cellophan erwärmt sich die Haut beziehungsweise die Körperpartie aufgrund des eingeschränkten Luft- und Temperaturaustausches an ihrer Oberfläche stärker, als es der Fall wäre, wenn sie lediglich mit Kleidung bedeckt wäre oder mit der Luft in Kontakt stünde. Diese Erwärmung soll dann die Cellulite verursachenden Fettpolster zum Schmelzen bringen, mit der Intention, dass wenn die Fettpolster weg schmelzen und kleiner werden, sich auch die Cellulite verbessern müsste.

An für sich ist dieser Ansatz nicht falsch, denn tatsächlich kann eine Gewichtsreduktion eine Verbesserung der Cellulite herbeiführen, lediglich das Vorgehen lässt zu wünschen übrig. Was vielleicht bei Butter in der Mikrowelle hervorragend funktioniert, ist leider beim menschlichen Organismus zum Scheitern verurteilt, weil es nicht funktioniert. Lipozyten schmelzen nicht einfach wie Butter ab und verschwinden dann – schließlich zerläuft ein Mensch auch nicht, wenn er an einem warmen Sommertag auf einer Wiese liegt.

Damit sind Maßnahmen, die mit Thermowickeln arbeiten, ob aus Cellophan oder einem anderen Material, als unwirksam zu beurteilen.

Kryotherapie – mit Schockfrost gegen Cellulite

Der Begriff „Kryotherapie“ leitet sich von dem griechischen Wort „kryos“ her, was übersetzt Kälte oder Frost bedeutet. Er bezeichnet ein relativ großes Feld von medizinischen Verfahren, bei denen extrem niedrige Temperaturen benutzt werden, um therapeutisch auf das Gewebe des menschlichen Körpers einzuwirken. Extrem niedrige Temperaturen bedeutet hier ein Bereich, der sich zwischen etwa minus 60°C und  minus 150°C bewegt.

Bei der Kryotherapie für Cellulite wird die behandlungsbedürftige Stelle oder direkt der gesamte Körper für einige Sekunden solch niedrigen Temperaturen ausgesetzt. Dadurch sollen nach den Anbietern dieser Verfahren gewisse mikrozelluläre Prozesse beeinflusst werden, die dann zu einer Verbesserung der Cellulite führen. Was das für Prozesse sind und wie sie wirken, bleibt allerdings weitgehend im Dunkeln. Faktisch konnte bisher noch kein irgendwie gearteter Erfolg bei diesen Verfahren durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden.

Sicherlich mag dies auch daran liegen, dass die Kryotherapie in der Schulmedizin in den meisten Fällen dazu verwendet wird, ein von Warzen befallenes Gewebe durch den massiven Einsatz von Kälte zu veröden und die Warze so abzutöten, oder Schmerzpatienten – also solchen Leuten, die dauernd ohne ersichtliche Gründe Schmerzen verspüren – zu helfen.

Auf jeden Fall sollte von der bestenfalls unseriös zu nennenden Methode, Cellulite mit Kälte therapieren zu wollen, Abstand genommen werden. Der Einsatz dermaßen geringer Temperaturen am menschlichen Körper sollte nur von ausgebildeten Ärzten mit entsprechender Erfahrung vorgenommen werden, da es hier leicht zu Erfrierungen mit größeren Schäden kommen kann.

Entschlacken – Die Reinigung des Körpers

Eine weitere Methode, der Cellulite Herr zu werden, bezieht sich auf die Stoffwechselschlacken. Diese Stoffwechselschlacken sind Substanzen, die vom menschlichen Organismus nicht weiter abgebaut werden können und zumeist im Fettgewebe eingelagert werden. Der Begriff bezieht sich dabei explizit nur auf Produkte des zellulären Stoffwechsels. Der zelluläre Stoffwechsel ist derjenige Stoffwechsel, der von einer einzigen Zelle alleine durchgeführt wird, um sich selbst am Leben zu erhalten oder bestimmte, ihren Aufgaben entsprechende Aktivitäten zu vollziehen. Im Gegensatz dazu steht der systemische Stoffwechsel, der die Verarbeitung von einer Vielzahl von Stoffen im gesamten Körper des Menschen meint – so zum Beispiel die Verdauung von Essen.

Das bedeutet, dass zum Beispiel Harnstoff oder Kot von dem Begriff der Stoffwechselschlacken ausgenommen sind, da beides zwar Produkte sind, die der menschliche Körper nicht weiter abbauen kann, jedoch aus dem Verdauungsvorgang resultieren und damit zum systemischen Stoffwechsel gehören.

Stoffwechselschlacken somit meistens gewisse Toxine – also Gifte – die im Normalfall in eine nicht-toxische oder minder-toxische Form gebracht werden, welche dann aber nicht weiter abgebaut werden kann. Solche Toxine sind zum Beispiel Pestizide, die durch Restspuren in der Nahrung in den Körper gelangen. Mit diesen Resten verfährt der Körper dann so, dass er versucht, in Wasser unlösliche Stoffe, die er deswegen nicht über das Blut abtransportieren kann oder mit dem Harn ausscheidet, im nahen Bindegewebe unterzubringen.

Entschlackungstherapien gehen von der Grundidee aus, dass diese Stoffwechselschlacken den zellulären Stoffwechsel behindern und – wenn sie sich im Übermaß ansammeln – schließlich auch die Lymphzirkulation erschweren oder gar unterbinden können. Lymphe ist eine Körperflüssigkeit, die entsteht, wenn das Blut durch die Adern gepumpt wird. Das Blut steht dabei unter relativ hohem Druck und die Adern, die es durchquert, darf man sich nicht so undurchlässig wie Gummischläuche vorstellen, sondern eher wie ein schwammartiges Gewebe. Blut selbst besteht zum großen Teil aus Wasser und darin gelösten, relativ kleinen Molekülen, sowie größeren, unlöslichen Bestandteilen, zum Beispiel den Blutkörperchen.

Wenn nun das Blut unter hohem Druck durch eine Adern fließt, passieren die ungelösten, festen Bestandteile die Ader problemlos, das Wasser und die in ihm gelösten Bestandteile können jedoch durch den Druck durch die Aderwand hindurch getrieben werden und sammeln sich dann im Gewebe. Diese Flüssigkeit wird dann als Lymphe bezeichnet. Die Lymphe wird dauernd über das Lymphsystem abtransportiert. Dennoch kann sich Lymphe – zum Beispiel wenn man lange steht – in den Beinen sammeln; eine Erfahrung, die wahrscheinlich den meisten Menschen bekannt ist. Dies führt dann zu unangenehmen Schwellungen und Spannungsgefühlen. Lymphstaus können somit unangenehm oder schmerzhaft sein oder sogar zu einem ernsthaften medizinischen Problem werden, wenn sie dauerhaft auftreten.

Eine Maßnahme, die auf die Verbesserung des Lymphflusses abzielt, muss demnach als Cellulite-Therapie unwirksam bleiben. Cellulite ist ein Problem, dass seinen Ursprung tiefer, nämlich im Fettgewebe hat. Sicherlich kann Cellulite auch die Mikrozirkulation und selbst den Lymphfluss behindern, jedoch ist beides ein Symptom der Cellulite und nicht ihre Ursache. Der Gewebewasserstau lässt natürlich zumeist die Hautveränderung deutlicher hervortreten, die Stoffwechselschlacken sind hier aber zu Unrecht im Verdacht. Somit kann man getrost alle Maßnahmen als unwirksam ansehen, die auf eine Entschlackung zur Verbesserung der Mikrozirkulation abzielen.

Lymphdrainagen – Abfließen des Gewebewassers

Eine weitere Methode, die ebenfalls die Lymphe als Celluliteverantwortlichen anvisiert, sind die Lymphdrainagen. Bei Lymphdrainagen handelt es sich um spezielle Massagen, die mittels streichelnder und schiebender Bewegungen gestaute Lymphe zum Abfließen bringen sollen. Aber: Ein Lymphstau ist eine mögliche Symptomatik der Cellulite und nicht ihre Ursache. Wie Entschlackungskuren setzen auch Lymphdrainagen an der falschen Stelle zur Beseitigung der Cellulite an und bleiben leider wirkungslos. Wenn eine erste Verbesserung zu sehen ist, so ist dies auf die verbesserte Hautdurchblutung zurückzuführen und nicht auf die heilsame Wirkung des Lymphabflusses. Lymphdrainagen als Mittel gegen Cellulite können als wirkungslos bezeichnet werden.

Gewichtsreduktion – Weniger Fett gleich weniger Cellulite

Die Idee, dass man Cellulite mit einer Gewichtsreduktion wortwörtlich zu Leibe rücken könne, ist wahrscheinlich die häufigste Annahme über die Hautveränderung. Die Annahme ist: Wenn Cellulite aufgrund von übermäßigen Fettpolstern entsteht, dann muss eine Reduzierung dieser Fettpolster, also das Abnehmen, auch die Cellulite verbessern, wenn nicht gar vollständig austilgen.

Die gute Nachricht vorweg: Tatsächlich ist diese Annahme weitgehend richtig. Dieser Lösungsansatz wirkt in der Tat gegen die tatsächliche Ursache von Cellulite – die Fettpolster – und versucht so das Problem direkt an der Wurzel zu packen. Dabei gilt: Schwinden die Fettpolster – im Speziellen die des Unterhautfettgewebes –  so drücken diese nicht mehr so stark von unten gegen die Haut und die Dellen werden kleiner.

Leider gibt es auch dabei eine schlechte Nachricht: Vollständig verschwinden lassen kann man die Cellulite so nicht. Sicherlich ist bei einer konsequenten Gewichtsreduktion eine Verbesserung abhängig von dem Ausgangsgewicht und dem Cellulitebefund zu erwarten, jedoch wird sich die Cellulite auf diese Weise niemals komplett beseitigen lassen.

Zudem spielen weitere Faktoren mit hinein, zum Beispiel das Ausgangsgewicht. Im Normalfall ist Cellulite bei übergewichtigen Frauen stärker ausgeprägt als bei normal- oder gar untergewichtigen  Frauen. Entsprechend lassen sich bei übergewichtigen Frauen auch größere Erfolge erzielen. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Faktor ist, wie immer, die natürliche Anlage des Körpers, wo er Fettgewebe aufbaut. Frauen, die zu so genannten „Reiterhosen“ neigen, also verstärkte Fetteinlagerungen an Hüften, Oberschenkeln und Po haben, obwohl sie vielleicht insgesamt normalgewichtig sind, haben eine größere Chance, eine Cellulite auszubilden und nehmen zu allem Überfluss meistens an eben jenen Problemzonen nicht ab.

Zum Schluss ist es natürlich auch für den Erfolg dieser Maßnahme wichtig, wie stark die Frau insgesamt zu Cellulite neigt. Dies ist  im Großen und Ganzen eine Frage des Bindegewebezustandes, also wie stabil die Bindegewebestränge sind, die die Fettpolster einzäunen. Einige Frauen haben seit ihrem 14. Lebensjahr Cellulite und trotz guten Gewichtes und keinerlei Reiterhosen einen Cellulite-Befund der Stufe zwei oder sogar drei. In solchen Fällen hilft dann meistens auch weiteres Abnehmen nicht.

Insgesamt zeigt sich, dass obwohl Abnehmen sicherlich als ein wirksames Mittel gegen Cellulite zu bezeichnen ist, dieses nur in einem gewissen Rahmen helfen kann. Es wird aber sicher nicht immer zum gewünschten Erfolg führen und das, wo es wahrscheinlich für die meisten Frauen eine nicht unerhebliche Anstrengung erfordert.

Sport – Schwitzen gegen die Dellen

In einer ähnlichen Denktradition wie das Abnehmen steht die Idee, dass Sport gegen die Cellulite hilft. Dabei geht dieser Gedankengang einerseits mit einer gewünschten Gewichtsreduktion durch Sport einher und zum anderen mit der Vorstellung, dass Cellulite unter anderem auch von dem Zustand des Bindegewebes abhängt und Sport dieses strafft. Wenn Sport das Bindegewebe strafft, so die Überlegung weiter, müsste schließlich auch die Cellulite zurückgehen, denn schließlich resultiert sie unter anderem daraus, dass die Bindegewebefasern die Fettdepots nicht mehr vollständig in Form halten können.

So falsch sind diese Überlegungen nicht, auch wenn sie in letzter Konsequenz die Wahrheit etwas verfehlen. Eine Gewichtsreduktion hilft nur bedingt gegen Cellulite. Aus diesem Grund ist somit nichts gegen Sport als Hilfe bei Cellulite einzuwenden.

Zum Zweiten ist Sport bei Cellulite auch insofern zu empfehlen, als dass tatsächlich eine Gewebestraffung zu beobachten ist. Dies ist zwar kein Effekt, der speziell auf eine Straffung des Bindegewebes zurück geht, sondern auf eine generelle Straffung des Gewebes – aber dennoch hilft dies dabei, den Zustand der Cellulite zu verbessern, einfach indem das Gewebe besser die Fettdepots fest verpacken kann und so diese nicht mehr hervorstehen.

Insgesamt kann man also bedenkenlos zu Sport als einer sinnvollen Behandlungsmethode bei Cellulite raten, obwohl hier ähnliches gilt, wie bei der Gewichtsreduktion: Wie groß der erwünschte Effekt ist, hängt auch hier stark von der Ausgangssituation und der generellen Anlage der Frau ab. Für viel Arbeit erntet man leider oft nur ein eher geringes Ergebnis.

Cremes und Lotionen – Hilfe aus der Tube

Die wahrscheinlich gängigste Methode, etwas gegen Cellulite zu tun, stellen Cremes und Lotionen dar. Eine Vielzahl davon existiert auf dem Markt, die alle auf die eine oder andere Weise Einfluss auf die Haut nehmen und durch diverse Wirkmechanismen die Cellulite verbessern sollen. Bedauerlicherweise ist Cellulite genau genommen kein Problem der Haut an sich, sondern vielmehr hat sie ihren Ursprung tiefer, nämlich im Unterhautfettgewebe, so dass an der Haut lediglich die Symptome des Vorgangs sichtbar werden. Somit schlagen alle Behandlungsversuche, die auf die Haut abzielen, fehl. Selbst wenn das Unterhautfettgewebe das Ziel der Behandlung wäre, besteht das Problem, dass auf die Haut aufgetragene Lotionen lediglich ein Stück weit in die Haut eindringen, diese aber niemals durchdringen können. Das bedeutet, dass das Unterhautfettgewebe von herkömmlichen Produkten überhaupt nicht erreicht werden kann.

Dennoch gibt es Hoffnung: Zwei Stoffe konnten bis jetzt ihre Wirksamkeit auch in wissenschaftlich überprüften Studien belegen: Koffein und Retinol. Koffein ist den meisten Menschen sicherlich gut bekannt, zum Beispiel aus Kaffee. Retinol ist lediglich der wissenschaftliche Name für Vitamin A, ein Vitamin, das häufig in Möhren und Paprika vorkommt.

Mit beiden Substanzen konnte bisher in Studien eine Verbesserung des Cellulite-Befundes erreicht werden. Die Anwendung ist aber insofern beschränkt, als dass eine Creme, die eine der beiden Stoffe enthält, diesen eigentlich nicht an ihren Wirkungsort, das Unterhautfettgewebe, bringen kann. Deswegen ist es notwendig, dass die Substanzen in so genannte Liposomen eingehüllt werden. Liposomen sind mykrometergroße Kugeln aus Fettmolekülen. Diese wirken für die in ihnen eingeschlossenen Substanzen wie ein Shuttle und ermöglichen es, das Koffein beziehungsweise das Retinol durch die Haut in das Fettgewebe einzuschleusen. Dort können sie dann ihre Wirkung entfalten.

Bei Koffein kommt zudem hinzu, dass es zwar seine Wirksamkeit belegen konnte, lediglich jedoch, wenn es in einer zweiprozentigen Konzentration zum Einsatz kam. Konzentrationen darüber oder darunter erbrachten entweder keine oder eine stark verminderte Effizienz. Warum das so ist, konnte noch nicht herausgefunden werden.

Wenn also zu Cremes gegriffen wird, sollte darauf geachtet werden, dass diese entweder Retinol oder Koffein in zweiprozentiger Konzentration enthalten und zudem den Wirkstoff mit Liposomen umhüllt hat. Im Zweifelsfall sollte ein Gespräch mit der Kosmetikerin oder dem Kosmetiker gesucht werden, welche im Normalfall fachkundige Auskunft geben können, welche Cremes und Lotionen diese Kriterien erfüllen.

Schindluder und andere Umtriebe

Insgesamt zeichnet sich das leider triste Bild, dass Cellulite eine mehr oder weniger unabänderliche Tatsache ist, die man so hinnehmen muss. Lediglich mit sehr viel Ausdauer und Anstrengung kann man kleine Erfolge erzielen, die zumeist auch nur über einen kurzen Zeitraum anhalten.

Jedoch wird mit der Cellulite und dem Unwissen über ihre Ursachen und einer angemessenen Problembekämpfung auch gehöriges Schindluder getrieben: Ein Blick über die Bandbreite der geschilderten Maßnahmen und durch das durchschnittliche Regal in der Abteilung einer Drogerie für Cremes und Lotionen zeigt deutlich, welche wirtschaftliche Kapazität hinter der Bekämpfung der Cellulite steckt und dass sich einige Personen nicht scheuen, davon ihren Teil mit auch unlauteren Methoden abzuschöpfen. Alleine dass der Großteil der oben beschriebenen Methoden als unwirksam zu klassifizieren ist, spricht für sich.

Eine Methode, die man bestenfalls noch als Augenwischerei bezeichnen kann, sind die so genannten „eminenz-basierten Studien“. Viele Frauen wundern sich, dass bei der Fülle an Mitteln, die gegen Cellulite zur Verfügung stehen und die ihre Wirksamkeit allesamt in Studien belegt haben, Cellulite noch ein Problem darstellt. Der Grund ist, dass es sich bei den Studien zumeist um eben die eminenz-basierten Studien handelt. Diese Studien basieren eben nicht auf einer Gruppe von Probanden, die unter kontrollierten Bedingungen das fragliche Mittel verwenden und die Veränderung der Haut dann unter Verwendung eines speziellen Instrumentariums objektiv erfassen, das wären dann nämlich eine evidenz-basierte Studien (von lateinisch „ex“, was so viel heißt wie aus, heraus und „videre“ sehen; damit gemeint ist das heraus Stechende, das Offensichtliche), sondern dass nach Anwendung des fraglichen Präparates ein Arzt gesagt hat, er könne eine Verbesserung des Befundes sehen. Das bedeutet, dass solche eminenz-basierten Studien in den meisten Fällen einer evidenz-basierten Überprüfung nicht standhalten. Verständlicher Weise kann ein einzelner Mensch, selbst bei besonderem Fachwissen, nicht die Wirksamkeit einer Therapie so erfassen, wie das bei einer Studie mit mehreren Kontrollen und mehreren Menschen, die die Ergebnisse auswerten, geschieht.

Das einzig wirksame Mittel bei Cellulite ist eine Kombination aus Sport, Ernährung und einem gesunden Selbstbewusstsein, das hinzunehmen, was man nicht ändern kann. Eventuell ist in Zukunft auch die Behandlung mit Koffein oder Retinol erfolgreich, dass wird sich aber noch zeigen. Massage hilft, ja, aber nur kurzfristig und wirkt so bestenfalls kaschierend.

Jede andere Maßnahme, egal was für Wirksamkeiten und Mechanismen dort angegeben und angepriesen werden, konnte bisher ihre Wirksamkeit in klinischen Vergleichs nicht behaupten. Aus diesen Gründen ist sicherlich eine gehörige Portion Vorsicht und eine Menge gesunder Menschenverstand gefragt, wenn man das nächste Mal durch die Drogerien geht.

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