Das Facelifting

Facelifting
Das Facelifting ist für vielen die bevorzugte Schönheitsop, denn sie - falls gut gemacht - verhilft wieder zu jüngerem, frischerem Aussehen.

Die Gesichts- oder Faltenstraffung in verschiedenen Bereichen des Gesichts wird Lifting oder Facelift genannt. Dabei unterscheidet man zwischen unterem Facelift (Hals- und Wangenbereich) und oberem Facelift (Stirnbereich, Augenbrauen, Schläfen). Das Lifting gehört zu den Schönheitsoperationen und wird normalerweise nicht von den Krankenkassen bezahlt. Angesichts der teilweise sehr hohen Preise (je nach Gesichtsregion, Operationsmethode, Aufwand und Arzt müssen Patienten grob zwischen 1000 und 10.000 Euro Kosten einkalkulieren) wundert es nicht, dass das Lifting in sogenannten „besseren Kreisen“ sehr beliebt ist.

Viele Prominente oder solche, die dazu zählen möchten, haben sich ihr Gesicht liften lassen, teilweise auch mehrmals. Gesichtsstraffungen gibt es seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Lifting ist längst nicht mehr nur Frauensache, auch Männer lassen sich auf diese Weise ihr Gesicht verschönern.

Dass mehrere Liftings nicht immer besonders schöne Ergebnisse hervorbringen, kann man an Schauspielern wie den einst hübschen Darstellern Meg Ryan oder Melanie Griffith sehen. Sie wollten die Zeichen der Zeit ausbremsen und haben sich mehrfach operieren lassen, um jünger auszusehen. Der Effekt: Sie sehen anders, fremder aus, aber nicht wirklich jünger als vor den Eingriffen. Doch diese Negativ-Beispiele sind natürlich nicht die Regel. „Normale“ Patienten, die einen Eingriff bei einem erfahrenen Plastischen Chirurgen machen lassen, können in der Regel mit einem im wahrsten Sinne des Wortes „ansehnlichen“ Ergebnis rechnen.

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten beim Lifting wie zum Beispiel die Methode, Fettgewebe oder Kunstmaterial unter die Gesichtshaut einzuführen, mit speziellen Lasern zu arbeiten oder verschiedene Operationsmethoden anzuwenden. Auch der muskelhemmende Stoff Botulinumtoxin (Botox) kann injiziert werden, um die Haut beziehungsweise Falten im Gesichtsbereich zu glätten.

Thermage: Relativ neue Lifting-Methode ohne Schnitt

Eine relativ neue Methode des Liftings ist das sogenannte Therma-Lift-Verfahren. Das schonende Lifting-System der Firma Thermage basiert auf Radiofrequenzwellen und gilt in Fachkreisen als schonend. Die Methode kommt ohne Skalpell oder hautabtragenden Laser aus.

Der Arzt berührt mit einem kleinen Instrument die Hautpartien, die behandelt werden sollen. Das Instrument sendet beim Kontakt mit der Haut Radiofrequenzwellen aus, wodurch das Kollagen sowie die Gewebestrukturen der Haut erwärmt werden. Zugleich kühlt der Arzt die Oberfläche der Haut intensiv und durchgehend. Durch die Erwärmung des Kollagens werden die Kollagenfasern umgehend gestrafft. Dieser Effekt wird auch als Shrinking bezeichnet.

Diese natürliche Art des Liftings entfaltet seine volle Wirkung erst nach etwa drei bis sechs Monaten. Bis dahin zieht sich das Kollagen nach und nach immer mehr zusammen und die Haut wird somit gestrafft. Dieser durch die Erwärmung verursachte biologische Prozess sorgt für eine natürliche Regeneration der Haut.

Die Behandlung an sich ist schmerzhaft und dauert normalerweise eine bis drei Stunden. Eine Narkose entfällt, der Patient kann meist am nächsten Tag bereits wieder normal arbeiten und leben. Nebenwirkungen gibt es bei dieser Methode kaum und das Ergebnis hält lange an. Zudem sind die Kosten meist geringer als andere Face-Lifting-Methoden.

Das untere Facelifting

Beim Lifting wird unterschieden zwischen dem unteren Facelift und dem oberen Facelift. Zum unteren Facelift gehören die Anhebung des Mittelgesichts (Midface-Lift) und die Straffung des Halses und des Gesichts (Face-Neck-Lift).

Die Operation wird meist bei lokaler Betäubung und unter Gabe von Beruhigungsmitteln durchgeführt. Eine Vollnarkose ist eher die Ausnahme. Beim Midface-Lift geht es um erschlafftes Gewebe im Wangen- und Jochbeinbereich. Der Plastische Chirurg schneidet an der Schläfe entlang und hebt von dort aus das Gewebe an. Eventuell sind weitere Schnitte im Mundraum oder an der Lidkante nötig. Muskeln, Knochenhaut und Gewebe werden bei dieser Operationsmethode angehoben und in Stirnrichtung verschoben. Dort wird das Gewebe am Knochen beziehungsweise der Muskelhülle befestigt. Dieser Eingriff wird meist mit einem Endoskop durchgeführt.

Beim Face-Neck-Lift wird meistens im Gesichts- oder Halsbereich eine offene Operation durchgeführt, um erschlafftes Hautgewebe zu straffen. Die Schnitte führen hier von der Haargrenze an der Stirn oder der Schläfe entlang des Ohrs bis zur Haargrenze am Nacken. Auf diese Weise können die Haut des Halses, die Haut der Wangen vor den Ohren, die Gesichtshaut bis zur Falte zwischen Mundwinkel und Nasenflügel sowie Gesichtshaut und Halshaut zusammen operiert werden.

Dazu gibt es unterschiedliche Methoden: Beim cutanen Lifting wird nur die äußere Haut angehoben und gestrafft. Überschüssige Haut wird entfernt. Beim sogenannten SMAS-Lifting zieht der Arzt tiefere Gewebeschichten und außen liegende Muskeln getrennt voneinander straff. So wird verhindert, dass das Gesicht nach dem Eingriff maskenhafte Züge hat. Dann gibt es noch das tiefe Lifting. Hier wird das Bindegewebe komplett vom Untergrund abgehoben und gestrafft. Zusätzlich kann der Arzt auch die Halsmuskulatur straffen. Dazu macht er einen Schnitt unter dem Kinn, durchtrennt den Halsmuskel, entfernt Überschüsse und näht ihn wieder zusammen. Zusätzlich kann hierbei auch Fettgewebe abgetrennt oder abgesaugt werden, wenn Arzt und Patient dies vorher für sinnvoll erachtet haben.

Es gibt noch weitere Methoden der Gesichtsstraffung, aber die oben beschriebenen sind die bekanntesten. Gemeinsam ist allen Methoden, dass das erschlaffte Gewebe in Richtung Schläfen beziehungsweise Nacken gezogen wird, um es dort innen zu befestigen. Am Schluss werden die Schnitte wieder zugenäht beziehungsweise geklammert. Zusätzliche Pflaster können den Wundbereich stabilisieren.

Wurde „nur“ ein Midface-Lifting durchgeführt, muss der Gesichtsbereich häufig gar nicht verbunden werden, bei den anderen Methoden umhüllt der Verband Hals und Kopf des Patienten. Manchmal sind Drainagen nötig, um Flüssigkeiten absaugen zu können. Klammern und Fäden werden in den Tagen nach der Operation nach und nach entfernt.

Das obere Facelifting

Zum oberen Facelifting gehören Eingriffe an den Stirnfalten, Anheben der Augenbrauen und Schläfenkorrekturen. Auch bei diesen Eingriffen ist eine Vollnarkose höchst selten notwendig. Es wird unter lokaler Betäubung operiert. Es gibt die geschlossene oder endoskopische Methode und die offene Operationsmethode.

Bei der sogenannten offenen Operation macht der Arzt einen Schnitt in die Kopfhaut von einem Ohr zum anderen beziehungsweise entlang des Haaransatzes. Dann wird die Haut abgelöst und Stirn und Augenbrauen können gut gestrafft werden. Es verbleibt eine Narbe an der Haargrenze. Man kann auch einen Schritt weitergehen und auch die unter der Haut liegenden Weichteile wie Knochenhaut und Muskeln mit anheben und die Nervenverbindungen teilen. Dies kann zu Taubheitsgefühlen führen, auch dauerhaft. Mit dieser Methode ist es möglich, die senkrechten Stirnfalten und grobe waagerechte Falten zu straffen. Dazu wird die Haut in Richtung Stirn verschoben, die Augenbrauen nach oben gezogen und überflüssige Haut entfernt.

Bei der geschlossenen Methode wird mit einem Endoskop gearbeitet. Der Arzt macht feine Einschnitte an der Kopfhaut oder der Haut an den Schläfen. Dann hebt er Haut, Muskeln und Knochenhaut an, trennt die Nervenstränge vom Gewebe, durchtrennt sie aber nicht. Nun können Haut und die Weichgewebe nach hinten gezogen und vernäht oder verschraubt werden.

Risiken und Komplikationen eines Liftings

Neben den relativ hohen Kosten für ein Lifting gibt es natürlich, wie bei allen Schönheitsoperationen, auch Risiken und Nebenwirkungen. Zudem müssen Patienten einige Hinweise vor und nach der Operation beachten.

Etwa zwei Wochen vor dem Eingriff sollten die Patienten auf Alkohol, Nikotin sowie bluthemmende Medikamente verzichten. In den ersten Tagen nach einer Operation sollten körperliche Anstrengungen und Sport vermieden werden.

Beim Lifting ist es normal, dass der Patient in den ersten Tagen nach dem Eingriff über Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse klagt. Diese Symptome verschwinden aber meist recht schnell innerhalb weniger Tage. Ebenfalls können Blutungen auftauchen sowie Taubheitsgefühle, die in ganz seltenen Fällen dauerhaft bleiben können. Durch eventuelle Nervenschädigungen kann es auch zu Lähmungen kommen, dies ist aber auch sehr selten. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Wundheilungsstörungen, Narbenbildung, Haarausfall, Beeinträchtigung der mimischen Funktionen des Gesichts sowie allergische Reaktionen.

Kosten eines Faceliftings

Die Kosten für ein Lifting schwanken sehr stark. Es gibt leichte Halsstraffungen bereits für unter 1000 Euro, nach oben sind bei aufwändigen Operationen und je nach Bedürfnissen des Patienten und je nach Arzt Kosten in fünfstelligem Euro-Bereich möglich. Grundsätzlich sollte man für ein professionelles Lifting bei einem anerkannten Facharzt für Plastische Chirurgie mit Kosten in Höhe von 4000 bis 8000 Euro rechnen.

Ob diese Kosten eine Operation rechtfertigen, bei der das Ergebnis in der Regel zwar die Erwartungen erfüllt, manchmal aber auch „nach hinten losgeht“, ist umstritten. Viele Menschen lassen sich liften, um ewig jung oder zumindest jünger auszusehen. Das kann funktionieren, das kann aber auch unschöne Ergebnisse zeigen wie bei Menschen, die nach einem Lifting verfremdet und maskenhaft aussehen. Ob und in welchem Umfang und wie oft ein Patient ein Lifting machen lässt, sollte er stets mit guten Fachärzten besprechen und gründlich überlegen.

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