Die Fettabsaugung

Fettabsaugung
Die Fettabsaugung ist für viele die letzte Möglichkeit, sich doch noch von den Fettpolstern trennen zu können.

Viele Menschen versuchen, mit einer gesunden Ernährung und viel Sport eine schlanke und durchtrainierte Figur zu erhalten. Bis zu einem bestimmten Grad ist dieses Vorgehen unproblematisch, jedoch gibt es mitunter Fettdepots, die nicht komplett abtrainiert werden können.

In diesem Fall suchen immer mehr Menschen einen Schönheitschirurgen auf, der ihnen zur ihrer Traumfigur verhelfen soll. Gleichwohl hat eine derartige Operation nicht nur einen positiven physischen Effekt, vielmehr steigen auch das Selbstwertgefühl des Patienten und damit die Lebensqualität.

Zu den am häufigsten behandelten Stellen gehören die Oberschenkel, der Po, der Rücken, die Taille und der Kinnbereich. Bei den Frauen steht dieser Eingriff an erster Stelle, wenn es um Schönheitsoperationen geht. Aber in den vergangenen Jahren legen sich auch immer mehr Männer unters Messer. Hier werden vor allem Partien im Bauch-, Rücken-, Gesäß- und Oberschenkelbereich behandelt.

Auf diesem Ratgeber-Portal erklären wir, für welche Patienten sich eine Fettabsaugung eignet, wie die Operation verläuft, welche Risiken es gibt und welche Kosten entstehen.

Die Vorbereitung des Eingriffs der Fettabsaugung

Wie so häufig hat das Verhalten des Patienten einen direkten Einfluss auf das Ergebnis der Operation. Im Vorfeld sollte man das Rauchen vermeiden oder zumindest radikal reduzieren. Anderenfalls kann es zu einer Durchblutungsreduzierung der behandelten Stelle kommen, was wiederum eine längere Wundheilungszeit bedingt. Zudem sollte Alkohol nur in Maßen konsumiert werden. Des Weiteren sollte ab etwa zehn Tagen vor der Operation auf den Wirkstoff Acetylsalicylsäure verzichtet werden, der zum Beispiel in Aspirin enthalten ist.

Dieser wirkt gerinnungshemmend, was den Eingriff und die Wundheilungszeit entscheidend stören kann und Nachblutungen zur Folge haben kann. Einen ähnlichen Effekt verursacht die Einnahme von Vitamin E. Außerdem sollte man auf strikte Diäten (zum Beispiel Nulldiät) im Vorfeld der Operation verzichten. Aufgrund einer radikalen Gewichtsabnahme wird die Form der Haut entscheidend beeinträchtigt. Hierbei benötigt die Haut eine gewisse Zeit, um sich in die ursprüngliche Form zurück zu bilden.

Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch in diesem Fall ein kostenloses Vorbereitungsgespräch mit dem Chirurgen. Hierbei schildert der Patient dem Arzt sein Anliegen und seine Wünsche. Der Chirurg prüft dabei die Realisierbarkeit und erläutert die möglichen Behandlungsmethoden und Risiken. Sofern der Patient sich für eine Fettabsaugung entscheidet, wird ein zweiter Termin angesetzt, bei dem der Gesundheitszustand des Patienten überprüft wird.

In diesem Kontext wird beispielsweise ein Blutbild erstellt oder ein EGK durchgeführt. Des Weiteren spielt auch die Krankheitsgeschichte des jeweiligen Patienten eine wichtige Rolle. Ein weiteres Gespräch erfolgt mit dem Anästhesisten, damit es bei der Narkose zu keinen Komplikationen kommt. Generell sollte man als Patient zu seinen behandelten Ärzten ein gutes Verhältnis aufbauen. Sympathie und Vertrauen sind wichtig, damit die Operation und das Ergebnis ein Erfolg werden. Außerdem sollten sie als Patient genug Raum und Zeit haben, um Fragen zu stellen.

Operationsmethoden der Klassischen Liposuktion

Bei dieser Methode kann dem Patienten in nur einer Sitzung 0,5 bis drei Liter Fett abgesaugt werden. Durch eine Auf- und Ab-Bewegung der Absaugkanülen mit der Hand wird ein Unterdruck erzeugt, wodurch das Fett herausgelöst wird. Die Operation wird unter einer Vollnarkose durchgeführt. Hierbei bedarf es keiner anderen Lösungsmittel, so dass diese Methode auch als trockene Technik bezeichnet wird. Angewandt wird diese Technik heutzutage nur noch äußert selten, da sie schwer wiegende Folgeerkrankungen hervorrufen kann.

Zum einen können durch die ruckartigen Bewegungen Blutgefäße verletzt werden. Unter Umständen können dabei Fettpartikel in die Blutbahn gelangen und eine Fettembolie auslösen. Zum anderen kann es zu Unebenheiten der Haut, zu starken Blutungen oder zu Gewebeschädigungen kommen. Aufgrund dessen gilt diese Technik als veraltet und wurde im Laufe der Zeit durch andere, weitaus schonenderen, Methoden ersetzt.

Die Injektionslipolyse (Fett-Weg-Spritze)

Die Injektionslipolyse, auch „Fett-Weg-Spritze“ genannt, eignet sich vor allem für kleine Fettdepots. Hierbei wird dem Patienten eine Spritze mit dem Wirkstoff Phosphatidylcholin (auch bekannt als Lecithin) direkt in das Fettgewebe verabreicht. Dieser Wirkstoff lädt die Fettsäuren auf und bindet das Fett. Anschließend transportiert er das Fett in die Leber, wo es mit dem Lymphsystem abtransportiert wird und vom Organismus auf natürlichen Weg ausgeschieden wird.

In Abhängigkeit vom Ausmaß der zu behandelnden Stelle bedarf es mehrerer Sitzungen. In der Regel reichen drei bis vier Termine, um die lästigen Fettdepots langfristig zu beseitigen. Diese Methode eignet sich nicht für übergewichtige Menschen.

Die Ultraschall-Liposuktion

Nach der Injektion einer Tumeszenzlösung strömen über die Kanülen Ultraschallwellen und Wärme in die betreffenden Bereiche. Diese bewirken ein Platzen der Fettdepots, welche sich dann absaugen lassen. Die Schallwellen sind dabei so niedrig frequentiert, dass das umliegende Gewebe und die Gefäße nicht beschädigt werden. Gleichwohl können leichte Verbrennungen des Gewebes und der Haut die Folge sein.

Im Vergleich zu den anderen Methoden ist diese sehr zeitintensiv, so dass der Patient eine Vollnarkose erhält. Anwendung findet sie insbesondere im oberen Rückenbereich und bei der männlichen Brust. Die maximale Absaugmenge beträgt in einer Sitzung bis zu vier Litern Fett.

Die Vibrationslipektomie

Diese Methode basiert ebenfalls auf der Tumeszenz-Lokalanästhesie. Der Unterschied besteht darin, dass Kanülen mit mehreren Öffnungen verwendet werden. Somit kann das Absaugen auf verschiedene Löcher verteilt werden. Außerdem vibrieren diese Kanülen, wodurch das Fett sehr schonend vom Gewebe gelöst werden kann. Des Weiteren bedarf es keiner ruckartigen Bewegungen, so dass die Verletzungsgefahr von Gewebe und Gefäßen minimiert wird. Darüber hinaus regt die Vibration das Bindegewebe an, was den Heilungsverlauf begünstigt.

Ein weiterer Vorteil sind die äußerst kleinen Hautschnitte (etwa fünf bis acht Millimeter), die bei dieser Methode erforderlich sind. Diese müssen zudem nicht genäht werden, so dass der Patient, neben einer Gewichtsreduktion, auch ein glattes Hautbild erwarten kann. Aufgrund dieser feinen Technik können auch problematische Stellen wie Kinn oder Knöchel behandelt werden.

Wasserstrahl assistierte Liposuktion

Eine sehr schonende und effiziente Methode ist die Wasserstrahl assistierte Liposuktion. Diese basiert auf der Tumeszenz-Lokalanästhesie. Mittels eines feinen Wasserstrahls kann der Chirurg das Fettgewebe leicht und schonend vom restlichen Gewebe entfernen.

Ein wesentlicher Vorteil dieser Variante besteht darin, dass erheblich weniger Tumeszenzlösung erforderlich ist. Somit ist zum einen die Medikamenten- und die Kochsalzbelastung des Patienten geringer und zum anderen wird das Aufschwemmen des Körpers eingeschränkt, wodurch der Chirurg leichter modellieren kann und zudem einen guten Eindruck vom Verlauf und Ergebnis der OP bekommt. Eventuelle Unebenheiten und Dellen lassen sich somit leichter beheben.

Die Liposuktion in Tumeszenz – Lokalanästhesie

Bei dieser Methode wird dem Patienten vor der Operation eine Tumeszenz-Flüssigkeit injiziert. Diese Flüssigkeit ist ein Gemisch aus körperähnlicher Kochsalzlösung, einem Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) und dem körpereigenen Hormon Adrenalin. Diese sorgt unter anderem dafür, dass das Fett aufquillt und somit leichter entfernt werden kann. Außerdem wird durch die Flüssigkeit die Netzstruktur unter der Haut angespannt, wodurch die Verletzungsgefahr herabgesenkt wird.

Durch die Lokalanästhesie kann der Patient sogar während der OP aufstehen, damit der Chirurg auch Fettdepots entfernen kann, die im liegenden Zustand kaum wahrnehmbar sind. Das Absaugen erfolgt durch feine Kanülen. Aufgrund der injizierten Lösung reichen hierbei leichte Schwingungen mit der Hand aus, um das Fett herauszulösen. Diese Technik eignet sich besonders für schwierige Stellen, wie zum Beispiel das Knie oder die Knöchel. Maximal lassen sich mit dieser Methode in einer Sitzung bis zu vier Liter Fett entfernen.

Die Laserlipolyse

Die Laserlipolyse wird insbesondere bei festen Fettstrukturen verwendet, die durch andere Methoden nicht beseitigt werden können. Die Einführung des Lasers erfolgt über kleine Hautschnitte. Durch die erzeugte Wärme kann das Fett sehr schonend gelöst werden. Bei kleinen Stellen muss das gelöste Fett nicht abgesaugt werden, da es vom Körper resorbiert werden kann. Andernfalls erfolgt eine Absaugung durch eine der anderen Methoden. Häufig wird hierbei die Vibrationslipektomie verwendet. Ein großer Vorteil der Laserlipolyse ist die straffende Wirkung auf das Unterhautbindegewebe, wodurch sie auch häufig im Rahmen einer Cellulitebehandlung angewandt wird. Des Weiteren ist bei dieser Methode lediglich eine Lokalanästhesie notwendig.

Nachsorge der Fettabsaugung Operation

Direkt nach der Operation wird dem Patienten ein Kompressionsverband angelegt, der die restliche Tumeszenzlösung aufnimmt und etwa drei Tage lang getragen werden muss. Darüber hinaus gibt es spezielle Kompressionsmieder, die die Verbindung der abgelösten Schichten mit dem Untergewebe unterstützen und den Heilungsverlauf forcieren. Diese müssen bis zu sechs Wochen lang getragen werden. In den ersten Tagen nach der OP sollte man zudem auf schwere Arbeiten und Tätigkeiten verzichten.

Wann der Beruf wieder aufgenommen werden kann, richtet sich zum einen nach dem Ausmaß der OP und zum anderen nach der jeweiligen Arbeit. Gänzlich verzichten sollte man außerdem auf Nikotin und Alkohol, da diese Stoffe den Heilungsprozess immens behindern können. Des Weiteren sollte man in den ersten Wochen eine direkte Sonnenbestrahlung (auch Solarium) vermeiden, da sich hierbei die Narben langfristig dunkel färben können. Sportliche Aktivitäten sollten generell erst nach rund vier Wochen wieder aufgenommen werden.

Heilungsperiode

Zur Überprüfung des Heilungsprozesses gibt es generell zwei Termine: der erste nach etwa einer Woche und der zweite nach etwa drei bis vier Monaten. Beim ersten Termin steht insbesondere der Heilungsprozess im Vordergrund und das Ergreifen von Gegenmaßnahmen, sofern dieser beeinträchtigt ist. Außerdem erkundigt sich der Chirurg über das Wohlbefinden des Patienten und eventuelle Schmerzen. Den zweiten Termin nutzt der Chirurg, um das Endergebnis der Operation zu begutachten und dieses mit dem Patienten zu besprechen.

Risiken der Fettabsaugung

Wie bei jedem anderen operativen Eingriff können auch bei der Fettabsaugung Komplikationen auftreten. Neben Infektionen, Durchblutungsstörungen, Blutungen oder Nachblutungen können auch Wundheilungsstörungen auftreten. Zudem kann es zu Verletzungen der Gefäße und des Gewebes kommen. Des Weiteren unterscheidet man zwischen ästhetischen und chirurgischen Komplikationen. Zu den ästhetischen zählen unter anderem Dellen- oder Stufenbildungen, Gewebeverhärtungen, Hautverfärbungen oder Asymmetrien. Bei den chirurgischen Komplikationen können Thrombosen, Embolien, Taubheitsgefühle oder Hämatome auftreten.

Kosten der Fettabsaugung

Die Kosten für eine Fettabsaugung liegen hierzulande zwischen 1500 und 5000 Euro. Die individuellen Kosten sind abhängig von der zu entfernenden Fettmenge, den Bereichen und der Operationsmethode. Im Preis mit inbegriffen sind die Vor- und Nachsorge, die Narkose sowie der eventuelle stationäre Aufenthalt.

Aufgrund dieser hohen Kosten entscheiden sich viele Patienten für eine Operation im osteuropäischen Ausland. In diesem Zusammenhang kann man nur empfehlen, sich vorab intensiv über die Klinik und die Ärzte zu informieren. In vielen Fällen entsprechen die medizinische Ausstattung und die Qualifikation des Personals nicht den in Deutschland üblichen Standards, so dass eher Komplikationen auftreten und das Ergebnis der OP unter Umständen unbefriedigend sein können. Gleichwohl muss ein günstigeres Angebot nicht zwangsläufig qualitativ schlechter sein. Es bedarf hierbei lediglich einer genauen Recherche im Vorfeld.

TEILEN