Die Kinnkorrektur

Kinnkorrektur
Ein makelloses Kinn gehört ebenfalls zum Schönheitsideal. Mit einer Kinnkorrektur verhelfen sich Betroffene wieder zu makelloser Schönheit.

Das Gesicht gilt als die Visitenkarte der Menschen. Meist gilt der erste Blick dem Gesicht eines Gegenübers. Auch Blinde ertasten sich so ihren meist ersten Eindruck von Menschen, die sie näher kennenlernen möchten. Wenn es – vermeintliche oder tatsächliche – Fehlbildungen an Mund, Nase, Ohren oder dem Kinn gibt, leiden die Menschen oft darunter. Manche weniger, so dass sie damit gut leben können, andere mehr, so dass sie sich zu einem Eingriff bei einem Facharzt entschließen.

Wer Probleme mit seinem Kinn hat, kann sie in der Regel beheben lassen. Ob es wirklich dazu kommt, sollte jeder für sich selbst sorgfältig ausloten und sich entsprechend gründlich vorab über Chancen und Risiken und Kosten eines Eingriffs am Kinn informieren. Dies können Sie hier und natürlich auch bei einem Facharzt. Wenn Sie sich für einen Eingriff entschieden haben, sollten Sie ebenso sorgfältig den Arzt auswählen, der den Eingriff vornimmt. Denn nicht immer sind die teuersten die besten und auch in diesem Bereich tummeln sich Mediziner, die in erster Linie an das Geld und erst danach an das Wohlergehen des Patienten denken.

Es gibt grundsätzlich folgende Problematiken am menschlichen Kinn: das sogenannte Doppelkinn beziehungsweise ein zu großes Kinn – dieses Problem lässt sich durch eine Fettabsaugung oder durch einen chirurgischen Eingriff beheben. Bei einem zu kleinen Kinn, auch fliehendes Kinn genannt, können zur Kinnkorrektur Implantate eingesetzt werden.

Ob Kinnvergrößerung, Kinnverkleinerung oder andere Korrekturen: Die Möglichkeiten der modernen Medizin sind vielfältig, so dass es für fast alle Probleme inzwischen Lösungen gibt. Auch wenn diese natürlich mehr oder weniger Geld kosten – je nachdem, ob die Krankenkasse mitfinanziert oder nicht – und jeder ärztliche Eingriff auch Risiken mit sich bringt.

Vor der Kinnkorrektur-Operation

Bevor Sie als Patient eine Kinnkorrektur durchführen lassen, sollten Sie sich zunächst eine ausgewiesene Fachkraft aussuchen, die sie durchführt. Vor dem Operationstermin folgt mindestens ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem der Arzt Sie aufklärt, wie die Operation verläuft, ob und welche Alternativen es gibt und was vor und nach dem Eingriff zu beachten ist. Denn nur wenn der Patient sich an alle Regeln und Vorgaben hält, ist eine erfolgreiche Kinnkorrektur möglich.

Alle Voruntersuchungen finden am Tag vor der Operation oder am Operationstag selbst statt. Der Arzt muss über Allergien und Medikamenten-Unverträglichkeit Bescheid wissen. Etwa zwei Wochen sollten die Patienten bereits auf Medikamente wie Aspirin und Ähnliche verzichten, die Acetylsalicylsäure enthalten, weil diese die Blutgerinnung verzögern. Zudem sollten Sie in den Tagen vor dem Eingriff auf Alkohol und Schlafmittel verzichten. Vorsorgend können Sie sich weiche Kühlelemente besorgen, beispielsweise in einer Apotheke.

Operation des fliehenden Kinns / kleinen Kinns

Wer einen unterentwickelten Unterkiefer hat, hat ein sogenanntes fliehendes Kinn. Das größte Problem neben dem Aussehen ist der dadurch bedingte falsche Biss. Denn ein fliehendes Kinn bedeutet in der Regel Überbiss. Überbiss kann bedeuten, dass die Nahrung nicht richtig zerkaut wird, was zu erheblichen Problemen im Darmbereich führen kann.

Ein fliehendes Kinn kann auch für Rückenschmerzen, Darmprobleme und andere Krankheiten verantwortlich zeichnen, was oft von Ärzten gar nicht als tatsächliche Ursache erkannt wird.

Auch bei fliehendem Kinn gibt es unterschiedliche Methoden, es zu beseitigen und auch hier gilt: Gibt es eine medizinische Indikation, zahlt die Krankenkasse, gibt es die nicht, bleibt der Patient auf den Kosten sitzen. Denn dann gilt es als reine Schönheitsoperation.

Beim fliehenden Kinn kann die fehlende Knochensubstanz durch körpereigenes Füllmaterial ersetzt werden. Geeignet sind beispielsweise Rippen- oder Becken-Knorpel. Alternativ kann der Arzt auch den Unterkiefer am Gelenk auslösen und nach vorn schieben. Dazu bedarf es lediglich eines Schnittes in der Mundschleimhaut, so dass äußerlich keine Spuren bleiben können.

Füllmaterialien für Kinnaufbau im Unterkieferbereich können auch Silikon oder Gore Tex sein, beides sind recht gut verträgliche Stoffe.

Die Operation des Doppelkinns

Das sogenannte Doppelkinn entsteht durch Fettpolster unterhalb des Kinns. Diese wiederum entstehen entweder erblich bedingt oder durch Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit. Sobald sich ein Doppelkinn einmal gebildet hat, ist es ohne Eingriff kaum wieder wegzubekommen. Üblicherweise kann das Doppelkinn durch eine vergleichsweise einfache Fettabsaugung (Liposuktion) entfernt oder zumindest gemindert werden.

Bei der Ultraschalltechnik werden dabei die Fettzellen relativ schonend zerstört. Die Struktur der Unterhaut bleibt davon weitgehend unberührt. Diese Methode bietet sich eher bei älteren Patienten an und kann viel Fettvolumen beseitigen.

Bei der Tumeszenz-Technik werden die Fettvorräte durch ganz feine Kanülen, die unterhalb des Kinns verlaufen, komplett abgesaugt. Haut und Gefäße werden – wenn überhaupt – nur minimal beeinträchtigt, weil eine spezielle Lösung in die Haut gespritzt wird, die dafür sorgt, dass das Fettgewebe sich vom Knochen abhebt.

Bei beiden Methoden verbleiben kaum sichtbare Narben und das Ergebnis ist meist schnell und gut sichtbar. Wenn allerdings bereits das Bindegewebe schwächer ist, muss es eventuell zusätzlich gestrafft werden, um „hängende“ Kinnpartien zu vermeiden. Für eine Fettabsaugung reicht eine örtliche Betäubung.

Ein tatsächlich oder auch nur als solches empfundenes zu großes Kinn kann ebenfalls korrigiert werden. Besteht keine medizinische Indikation, muss der Patient die Kosten grundsätzlich selbst tragen. Bei einer medizinischen Indikation, die eine Operation erforderlich macht, bezahlt die Krankenkasse die Kosten. Die Kinnverkleinerung wird üblicherweise unter Vollnarkose vollzogen.

Auch hierbei gibt es unterschiedliche Methoden. So kann der Chirurg an der Innenseite der Unterlippe überschüssiges Material wegfräsen und die Form des Unterkiefers korrigieren. Wegen der Schwellungen nach einer solchen Operation kann sich der Behandlungserfolg hier oft erst nach mehreren Wochen zeigen.

Der Arzt kann auch ein keilförmiges Stück aus der Innenseite des Unterkieferknochens heraus sägen. Dann wird der Unterkiefer mit einer resorbierbaren Platte wieder verschraubt werden. Diese Platte kann im Körper verbleiben oder nach etwa einem halben Jahr wieder entfernt werden. Das Resultat dieses Eingriffs: Der Unterkiefer ragt nicht mehr so nach vorn heraus und kann schmaler gemacht werden.

Nach der Kinnkorrektur-Operation

Nach der Kinnkorrektur sind Schwellungen im operierten Bereich ganz normal. Diese klingen normalerweise nach einigen Tagen langsam ab und sollten bis spätestens zwei Wochen nach dem Eingriff ganz verschwunden sein. Wie lange es dauert, hängt von eventuellen Nachblutungen und dem individuellen „Heilfleisch“ des Patienten ab. Wenn Sie die Schwellungen direkt in den ersten Tagen beispielsweise mit weichen Kühlkissen aus der Apotheke regelmäßig kühlen, wird dies den Prozess beschleunigen und zusätzlich hilft es gegen die Schmerzen, die in den ersten Tagen auftreten.

Das Kinn wird nach der Operation mit einem größeren Pflaster „ruhig gestellt“, egal mit welcher Methode operiert wurde. Wenn es einen Hautschnitt gab, werden nach etwa fünf Tagen die Fäden gezogen. Wenn im Mundinnenraum geschnitten wurde, wurden selbstauflösende Fäden benutzt, so dass das Fäden-Ziehen entfällt.

Besonders wichtig ist eine regelmäßige und sorgfältige Mundhygiene in der Zeit nach der Kinnkorrektur. Dies hilft, Infektionen zu vermeiden. Der behandelnde Arzt wird Ihnen eine spezielle Mundspülung mitgeben, die Sie regelmäßig nach Anweisung benutzen sollten.

Risiken und mögliche Komplikationen bei einer Kinnkorrektur

Wie bei allen Schönheitsoperationen gibt es auch bei der Kinnkorrektur Risiken und potentielle Komplikationen. Diese sind aber relativ überschaubar im Vergleich zu schwierigeren Eingriffen an anderen Stellen des menschlichen Körpers.

So kann es neben den „üblichen“ Operationsrisiken wie Unverträglichkeit gegen Medikamente etc. auch zu Abstoßungsreaktionen des Körpers auf Fremdkörper kommen, wenn überhaupt Fremdmaterial wie Silikon eingesetzt wurde. Das Fremdmaterial kann zudem Infektionen begünstigen und/oder das Immunsystem stören beziehungsweise schwächen. Auch kann es sich verlagern. Kompaktere Silikonpolster haben weniger negativen Einfluss auf das Immunsystem als die mit Silikon-Gel gefüllten Varianten.

Wenn die Gewebetasche, in die ein Silikonimplantat eingesetzt wird, zu groß gebildet wurde, kann dieses „wandern“ und rutschen. Wenn dies der Fall ist, muss noch einmal operiert werden, um die Gewebetasche zu verkleinern.

Kosten und praktische Hinweise zu Eingriffen am Kinn

Über die Kosten eines Eingriffs im Kinnbereich kann man pauschal nichts Seriöses sagen. Wenn eine medizinische Indikation vorliegt, zahlt in der Regel die Krankenkasse. Ist dies nicht der Fall, muss der Patient die Kosten selbst tragen. Wie hoch diese sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Welcher Eingriff ist notwendig, wie lange dauert der Klinikaufenthalt, wie läuft die Nachsorge etc.

Und dann gibt es natürlich auch einen Markt, mit verschiedenen Anbietern, so dass sich Patienten am besten vorab gut informieren und auch Preise von mehreren Anbietern vergleichen. Grundsätzlich sind kleinere, ambulante Eingriffe am Kinn bereits für ein paar hundert Euro zu haben, während komplizierte Operationen auch mehrerer tausend Euro kosten können.

Ein Eingriff, welcher Art auch immer, muss gut vorbereitet werden. So sollte der Patient etwa ein bis zwei Wochen vor dem Eingriff auf Alkohol, Nikotin und blutverdünnende Mittel und Medikamente verzichten.

Bei der Wahl des Arztes sollten Patienten natürlich in erster Linie auf die Qualifikation und Erfahrung und erst in zweiter Linie auf die Kosten achten. Üblicherweise sollte es ein “Facharzt für Plastische Chirurgie” beziehungsweise “Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie” sein, der die Behandlung durchführt. Bei einfacheren Eingriffen kann es auch ein Zahnarzt und/oder Kieferorthopäde sein.

Nach einem Eingriff kann die Mundpartie für einige Wochen schmerz- und druckempfindlich sein. Dementsprechend muss vorübergehend die Ernährung umgestellt werden. Auf Sport sollte zunächst auch verzichtet werden. Gegen die Schwellungen helfen Kühlungen. Um Infektionen vorzubeugen, ist in der ersten Zeit nach einer Kinnkorrektur eine besonders sorgfältige Mundhygiene erforderlich.

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