Gesichts- und Halslifting in Polen

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Das Gesichts- und Halslifting gehört zwar nicht zu den Top-3 der am häufigsten angewandten Schönheitsoperationen, dennoch lassen sich bei der Deutschen Gesellschaft der plastischen, rekonstruktiven und ästhetishen Chirurgie diese Zahlen ermitteln: 7.300 Patienten unterzogen sich in nur einem Jahr einem Facelifting. Nur zehn Prozent dieser Patienten waren männlich.

Doch was genau ist unter einem Gesichts- und Halslifting zu verstehen? In der Regel werden durch diesen operativen Eingriff Gesichts- und Halspartien, die altersbedingt abgesunken sind, korrigiert. Ziel soll sein, durch (mehrschichtiges) Anheben der Gewebeschichten ein jugendlicheres Erscheinungsbild zu erreichen – ohne dabei den Gesichtsausdruck zu verfälschen. Im medizinischen Fachjargon bedeutet das, dass der Verlust der Elastizität bei der Haut und dem Unterhautgewebe gleichermaßen behoben werden soll.

Besonders durch die mehrschichtige Methode, bei der Bindegewebe, Fett, Muskeln und Haut gleichermaßen korrigiert werden, lässt sich ein langfristiger und dabei noch natürlicher Erfolg erzielen. Während bei einer Zahnbehandlung in erster Linie die medizinische Notwendigkeit im Vordergrund steht und erst im zweiten Schritt auf die optische Relevanz geachtet werden muss, ist das bei einem Gesichts- und Halslifting grundlegend anders, denn hier geht es ausschließlich um ästhetische Beweggründe und damit wird auch das Thema Narbenbildung in diesem Bereich ganz besonders betont.

Die medizinischen Fakten

Das Gesichts- und Halslifting, das häufig als Gesichtsstraffung und Facelifting angeboten wird, ist ein operativer Eingriff, um schlaffem Hautgewebe zu mehr Spannung zu verhelfen.

Gründe für ein Gesichts- oder Halslifting

Wenn der Blick in den Spiegel deprimiert oder traurig stimmt und diese Gemütsstimmung durch die erschlaffte Haut bedingt ist, dann eruieren viele Betroffene die Option, sich einem Gesichts- und Halslifting zu unterziehen. Diese Gründe führen sie dabei häufig an:

  • Das Aussehen korrespondiert nicht zu dem, wie der Mensch sich fühlt. Das heißt, dass sich ein jugendlich, agiler Mensch vielleicht sogar durch sein faltiges Aussehen gehandicapt fühlt.
  • Krankheit oder andere Schicksalsschläge haben sich in Form von Falten ins Gesicht gezeichnet. Nun sollen die Gedanken an die schwere Zeit der Vergangenheit mithilfe eines Gesichts- und Halsliftings weggewischt werden.
  • Die genetische Veranlagung, häufige UV-Bestrahlung und ein ungesunder Lebensstil haben Spuren im Gesicht hinterlassen, die es nun zu revidieren gilt.

Verfahren und Varianten eines Gesichts- und Halsliftings

Der Alterungsprozess ist das natürlichste auf der Welt und so bilden sich beim einen früher, beim anderen später Falten im Gesicht. Während viele dies so hinnehmen, entwickelte sich insbesondere in der High Society ein Trend, der mitunter alles andere als schöne Resultate zu Tage brachte. Angewendet wurden nämlich Facelifting-Methoden die lediglich die obere Haut unnatürlich aus dem Gesicht zu spannen schienen. Das Resultat wirkte bisweilen sogar befremdlich.

Mittlerweile ist eine kleine Revolution im Bereich des Gesichts- und Halsliftings eingetreten, und das folgt einem Motto – und zwar dem der Natürlichkeit. Ein jugendlicheres Aussehen ist nach wie vor das erklärte Ziel, doch durch die Analyse der unterschiedlichen Gewebeschichten und eine entsprechende Methode sind die Ergebnisse heute von Natürlichkeit gezeichnet. Auch die Hautbeschaffenheit und die individuelle Betrachtung verschiedener Gesichtspartien sind dabei entscheidend. So kann einer jungen Frau statt einem operativen Eingriff eine Botox- oder Hyaluronsäure-Behandlung empfohlen werden.

Das passiert bei einem Gesichts- und Halslifting

Das mehrschichtige Operationsverfahren, wobei nicht nur die obere Hautschicht gespannt wird, sondern auch die unteren Gewebeschichten gestrafft werden, ist heute das üblichste Verfahren beim Gesichts- und Halslifting. Diese Schritte werden bis zur Operation gegangen:

  • Zunächst wird der Gesundheitszustand des Patienten überprüft. Das bedeutet, dass Laboruntersuchungen, eine Blutdruckkontrolle sowie ein EKG und die Abklärung etwaiger Vorerkrankungen abgeklärt werden müssen. Die Gesundheit des Menschen ist Grundvoraussetzung für ein Gesichts- und Halslifting.
  • Im zweiten Schritt werden die Gegebenheiten genau analysiert. Welche Gewebeschichten müssen bei der Gesichtsstraffung berücksichtigt werden und wie ist der Gesamteindruck des Gesichts, der auch bei einem Gesichts- und Halslifting nicht verfälscht werden darf.
  • Handelt es sich nicht um eine partielle Korrektur, sondern um ein umfangreiches Gesichts- und Halslifting, werden einzelnen Behandlungen kombiniert: Es werden die Augenbrauen angehoben, die Muskeltätigkeit im Augen- und Stirnbereich wird eingedämmt, die Ausbildung von Wangenbäckchen wird behoben, die Muskelpartie, die zum Anheben der Mundwinkel dient, wird angehoben und der Halsmuskel (Platysma) wird so korrigiert, dass kein erschlaffter Hals mehr sichtbar wird. Grundsätzlich wird bei diesem Vorgang von den unteren Schichten nach oben gearbeitet. So werden die unteren Gewebeschichten aktiv korrigiert, während die obere Hautschicht anschließend darüber gelegt wird.
  • Wie bereits erwähnt, kommt dem Thema Narbenbildung gerade im Bereich des Gesichts- und Halslifting eine enorm große Bedeutung zu. Deswegen wird der nötige Schnitt in der Regel an der sogenannten Stirn-Haargrenze durchgeführt. Auch hinter dem Ohrknorpel und im Nacken wird der Schnitt verlaufen. Nach dem Schnitt wird die Wangenhaut einige Zentimeter abgehoben, das Bindegewebe wird durchtrennt und von den Muskeln abgelöst, die für die Mimik zuständig sind. Durch die Straffung des Bindegewebes werden der faltenfreie Teint und die Spannung in den unteren Gewebeschichten aufgebaut. So wird bei der üblichsten Variante eines Faceliftings verfahren.

Facelifting ohne Scalpell?

Immer häufiger wird damit geworben, dass Methoden angewendet werden, die den Einsatz eines Skalpells und damit einen operativen Eingriff nicht mehr nötig machen. Grundsätzlich gilt: Unterspritzungen (die als Facelifting-Option ohne Skalpell beworben werden), sind dann möglich, wenn nur die obere Hautschicht in Falten liegt.

Bei Zornesfalten oder bei der sogenannten Nasolabialfalte kann eine Unterspritzung eine Option sein. Zur Behandlung tieferer Gewebeschichten ist indes eine Gesichtsstraffung nötig. Entscheidet sich der Patient bereits vergleichsweise früh für ein Facelifting, kann ein endoskopischer Eingriff angewendet werden.

Die verschiedenen Verfahren im Überblick

Wer sich über die unterschiedlichen gesichtsstraffenden Maßnahmen informieren möchte, der sieht sich schnell mit einer riesigen Liste von Bezeichnungen konfrontiert, die alle für ein ganz spezielles Verfahren stehen. Was sich dahinter verbirgt, wird in der folgenden Tabelle erklärt:

Facelifting-Methode So charakterisiert sich diese Facelifting-Methode
Contour Facelift Bei diesem Verfahren werden ähnlich wie beim endoskopischen Facelift keine große Schnitte nötig, denn hier wird das Gewebe mittels Fäden an Widerhaken angehoben.
Endoskopisches Facelift Wer sich frühzeitig für ein Facelifting entscheidet, kann auf die endoskopische Variante zurückgreifen, bei der mittels eines Endoskops die Bindehaut angehoben werden kann, ohne dass dafür ein großer Schnitt nötig ist.
Midfacelift Dabei wird das Wangengewebe Richtung Unterlid verlagert. Auch Nasolabialfalten sowie hängende Mundwinkel lassen sich auf diese Weise korrigieren.
Midi-Lift Der Midi-Lift ist eine Zwischenlösung. Zwar werden mehr Hautschichten bearbeitet als bei der Mini-Lösung, doch weniger als beim SMAS-Lift. Dadurch wird die Abheilzeit auch kürzer.
Modellift, Mannequinlift, S-Lift, Mini-Lift Die Form des Faceliftings ist weder eine umfassende Lifting-Methode noch eine nachhaltige Variante, denn dabei werden lediglich die oberen Hautschichten gestrafft – und hier auch nur die Wangenpartie, die zu den Schläfen hin gestrafft wird.
Oberes Facelift Hierbei wird das SMAS-Lift-Verfahren im Stirn- und Schläfenbereich durchgeführt.
SMAS-Lift, Deep Composite Facelift Das SMAS-Lift gilt als die klassischste Facelifting-Variante: Die Wangenhaut wird angehoben, das Bindegewebe wird von der Muskelschicht getrennt und nach oben gesetzt. Die Haut wird fixiert, aber nicht über die Maßen gespannt.
Tiefenschichtlift Bei diesem Verfahren werden nicht nur Haut und Bindegewebe angehoben, sondern es wird die komplette Muskulatur bis auf die Knochenhaut angehoben. Die Gefahr, Nervenbahnen zu verletzten, erhöht sich bei diesem Verfahren wesentlich.
Unteres Facelift Hier wird das SMAS-Lift-Verfahren bei den unteren Wangen und im Halsbereich durchgeführt.

Risiken eines Gesichts- und Halsliftings

Bei einem Gesichts- und Halslifting handelt es sich um einen operativen Eingriff in einer sehr sensiblen Region des menschlichen Körpers. Daher lassen sich die Folgen in verschiedene Bereiche gliedern – in Begleiterscheinungen, in allgemeine Risiken eines operativen Eingriffs und über lokale Risiken. Zu den Begleiterscheinungen zählen Schwellungen und Blutergüsse sowie Schmerzen, die von jedem Patienten ganz unterschiedlich aufgenommen werden, denn für das Schmerzempfinden gibt es keine einheitlich messbare Größe.

Zu den allgemeinen Risiken einer Operation zählen das Thrombose-Risiko sowie die Gefahr, dass durch den Eingriff Krankheitsbilder verschlimmert werden können, die vielleicht im Vorfeld gar nicht bekannt waren. Blutungen, Durchblutungsstörungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen und Übersensibilität der Hautpartien sind klassische Operationsrisiken. Lokale und damit auch patientenabhängige, individuelle Komplikationen könnten sich in einer übermäßigen Narbenbildung zeigen, die nachträglich operativ korrigiert werden muss.

Auch besteht die Gefahr, dass Gesichtsnerven beim Eingriff verletzt oder zerstört werden. Je nachdem, welche Nerven verletzt wurden, können sich diese von selbst wieder regenerieren oder müssen mittels Mikrochirurgie wieder zusammengesetzt werden. Ein Nervenschaden wird erst dann offensichtlich wenn das kurzfristige Taubheitsgefühl, das nach einer Operation normal ist, sich langfristig nicht bessert.

Narkosevarianten

Patienten haben in aller Regel die Wahl, ob sie unter Vollnarkose oder unter einer Lokalanästhesie behandelt werden wollen. Letztlich sind der geplante Eingriff sowie die Verfassung des Patienten  entscheidend, ob eine Vollnarkose gewählt wird oder unter Lokalanästhesie operiert wird. In den meisten Fällen wird die lokale Anästhesie mit einer Sedierung des Patienten kombiniert, so dass auch der Operationsablauf nur schemenhaft vom Patienten wahrgenommen wird.

Dauer einer Gesichts- oder Halslifting Operation

Das Resultat eines Gesichts- und Halsliftings ist nicht direkt nach der Operation sichtbar, deswegen können an dieser Stelle nur Zeiträume veranschlagt werden, die üblicherweise nötig sind, bis sich der Patient und die operierte Gesichtspartie regeneriert haben. Folgende Faustregeln gelten in den meisten Fällen:

  • Für die Operation wird ein Zeitraum von drei bis sechs Stunden
  • Die Gesichtsbandage ist für die Dauer von einer Woche zu tragen.
  • Nach ein bis zwei Wochen kann der Patient wird zur Arbeit gehen.
  • Abgeheilt sind die Eingriffswunden nach etwa drei Wochen.
  • Nach zwei bis vier Wochen ist Sport wieder erlaubt.

Kosten für Gesichts- und Halsliftings in Polen

Mit Blick auf die Ausstattung der Kliniken und die Ausbildung der Ärzte dürfte es eigentlich keine finanziellen Unterschiede zwischen einer Behandlung in Deutschland und einer Behandlung in Polen geben. Doch die gibt es durchaus. Durch günstige wirtschaftliche Bedingungen, können gleichwertige oder gar qualitativ hochwertigere Behandlungen in Polen angeboten werden.

Vergleich der Kosten in Polen und in Deutschland

Der Kostenvergleich zeigt: Für ein Gesichts- und Halslifting werden in einer renommierten Klinik in Polen zwischen 2.290 Euro und 4.290 Euro veranschlagt. In Deutschland kann der Preis allein für die medizinischen Leistungen schnell zwischen 5.500 und 10.000 Euro liegen.

Vergleich der (medizinischen) Leistungen

Mit Blick auf die Qualität der medizinischen Leistungen gibt es keine Unterschiede zwischen einer Behandlung in Deutschland und in Polen. Allerdings unterscheidet sich der Preis in den beiden Ländern stark voneinander – und zwar so eklatant, dass das Argument leicht entkräftet werden kann, dass der Aufenthalt in Polen noch zusätzlich zu kalkulieren sei. Denn die Differenz zwischen der teuersten Behandlung in Polen und der günstigsten Variante in Deutschland liegt bei über 1.000 Euro für die ein Aufenthalt in Polen durchaus luxuriös und angenehm gestaltet werden kann.

Eine Kostenerstattung ist nicht möglich

Die Kostenerstattung für ein Facelifting bei der Krankenkasse zu beantragen, ist wenig zielführend, denn es handelt sich dabei um einen rein kosmetischen, ästhetischen Eingriff, für den die Kosten nicht übernommen werden.

Checkliste für Patienten

Wer sich für ein Facelifting in Polen entscheidet, der entscheidet sich nicht nur für einen ästhetischen Eingriff, sondern auch für einen Kurzurlaub im Nachbarland. Damit an alles Wichtige gedacht wird, kann diese Checkliste helfen:

  • Optionen prüfen. Es gibt verschiedene Methoden der ästhetischen Gesichtschirurgie. Diese sollten im Vorfeld genau ausgelotet und auf Vor- sowie Nachteile geprüft werden.
  • Gesundheits-Check im Vorfeld. Da es sich beim Facelifting um einen operativen Eingriff handelt, ist es wichtig, im Vorfeld einen Gesundheits-Check zu absolvieren, um etwaige Vorerkrankungen auszuschließen, die zu Komplikationen führen könnten.
  • Urlaub beantragen. Da es sich beim Gesichts- und Halslifting um einen ästhetischen und nicht etwa um einen medizinisch nötigen Eingriff handelt, können sich Patienten für die Dauer des Eingriffs nicht krankschreiben lassen, sondern müssen Urlaub beantragen. Hierbei ist eine etwaige Schonzeit unbedingt einzukalkulieren.
  • Körperlich vorbereiten. Für die Vorbereitung auf ein Facelifting gelten dieselben Regeln wie für die Vorbereitung auf jede andere Operation und diese heißen: keine Schmerzmittel, keine Schlafmittel, kein Alkohol, kein Nikotin.
  • Privatleben organisieren. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein Vertrauter den Patienten nach Polen begleiten. Dieser kann als emotionale Stütze fungieren und die Zeit der Nachbehandlungen mit dem Patienten in Polen als Urlaub ansehen.
  • Praktisch packen. Da die Gesichtsbandage das Anziehen ein wenig schwierig macht, ist es sinnvoll, Kleidungsstücke einzupacken, die leicht über den Kopf zu ziehen sind oder auch mit Knöpfen oder einem Reißverschluss zu schließen sind. Für die Zeit nach der OP sind Bücher, Zeitschriften oder andere Methoden des Zeitvertreibs einzupacken.
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