Die Lippenvergrößerung

Lippenvergrößerung
Erotische Lippen entsprechen dem Schönheitsideal. Frauen mit schmalen Lippen erwägen deshalb immer mehr eine Lippenvergrößerung.

Männer schwärmen bei Frauen oft, wenn diese vollen Lippen haben, weil dies als ein Symbol für Erotik und Sinnlichkeit gilt. So unterschiedlich Frauen und ihre Körper generell sind, so unterschiedlich sind auch die Lippen und ihre Ausprägungen. Bei zu schmalen Lippen gibt es Möglichkeiten, sie so behandeln zu lassen, dass sie hinterher voller, attraktiver und größer sind. Bei manchen Frauen gibt es auch unschöne Unterschiede in der Größe der Unter- und der Oberlippe. Um dies zu korrigieren, bedarf es ebenfalls einer Lippenvergrößerung, auch als Lippenunterspritzung oder Lippenkorrektur bekannt.

Wenn der gesamte Lippenbereich „nur“ angeglichen werden soll, gibt es eine operative Methode, bei der ein schmaler Hautstreifen verwendet wird. Er besteht aus Muskel- und Fettgewebe. Der Streifen aus der Haut wird dazu aus dem Lippenweiß aus der Oberlippe entfernt und durch Lippenrot ersetzt. Darüber hinaus gehende, „richtige“ Veränderungen der Form und somit Vergrößerungen der Ober- und Unterlippe kann man durch Einspritzen von Kollagen-Stoffen oder anderen Materialien erreichen.

Manchmal ist es hierbei allerdings notwendig, dies regelmäßig zu wiederholen, weil das Kollagen in einem natürlichen Prozess abgebaut wird. Ebenfalls möglich ist eine Eigenfett-Unterspritzung, die ähnliche Resultate erzielt, die aber auch nicht immer dauerhaft hält.

Es gibt auch alternative Methoden der Lippenvergrößerung. So kann der Arzt Gore-Tex, also Kunstfasern, implantieren.

Wegen der verschiedenen Methoden und Materialien, die bei der Lippenvergrößerung benutzt werden, sind die Kosten auch sehr unterschiedlich. Möglich sind Eingriffe im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich, nach oben gibt es kaum Grenzen, auch vierstellige Eurosummen können verlangt werden, je nach Methode, Material und Arzt.

Viele Frauen lassen Schönheitsoperationen wie die Lippenvergrößerung im Ausland machen, weil es dort häufig wesentlich günstiger ist. Allerdings raten Experten dazu, sich dies gründlich zu überlegen, weil erstens Reise- und eventuell Kosten für Übernachtungen dazu kommen und weil zweitens die Qualität der Arbeit nicht immer so hoch ist wie in Deutschland. Grundsätzlich sollten Patientinnen eine Fachkraft beauftragen, die sich mit Lippenvergrößerungen bestens auskennt.

Vor einer Lippenvergrößerung sollte stets eine umfassende Beratung durch einen Facharzt erfolgen. Weil es eine Schönheits-Operation ist, sollte man genau wissen, wie das Ergebnis aussehen soll und sich klar darüber sein, dass Krankenkassen keine Kosten übernehmen. Patient und Arzt müssen gemeinsam entscheiden, welche Methode und welches Material angewandt werden, um größere, schönere Lippen zu erhalten.

Die unterschiedlichen Methoden der Lippenvergrößerung

Lippenvergrößerungen können mit verschiedenen Materialien gemacht werden. Nachfolgend stellen wir die beliebtesten Methoden im Bereich der Unterspritzungen vor.

Lippen-Unterspritzung mit Eigenfett

Bei der Unterspritzung mit Eigenfett werden Eigenfett-Implantate benutzt, die zu den sogenannten semi-permanenten Füllstoffen gehören. Bei dieser Methode gibt es den Vorteil, dass kein Allergie-Risiko besteht, weil das Fett aus dem eigenen Körper gewonnen wird und somit keine unvorhersehbaren Reaktionen zu erwarten sind. Noch vor einigen Jahren war diese Methode wegen der knappen Haltbarkeit eher unbeliebt. Weil die Methoden der Entnahme- und Injektionstechniken aber stetig verbessert wurden, ist die Haltbarkeit heutzutage auf mehrere Monate bis zu einigen Jahren gestiegen, so dass die Eigenfett-Unterspritzung immer beliebter wird.

Wie schnell das Eigenfett abgebaut wird, ist individuell sehr unterschiedlich – bei manchen hält es ein halbes Jahr, bei anderen Frauen fünf oder sogar mehr Jahre. Insgesamt ist die Methode mit Eigenfett-Unterspritzung aber komplizierter als andere Methoden mit Füllstoffen, weil das Eigenfett zunächst an einer anderen Körperstelle entnommen werden muss. Die Schönheits-Operation ist somit insgesamt komplizierter und damit auch teurer.

Aufspritzung mit Hyaluronsäure und Kollagen

Hyaluronsäure und Kollagen zählen zu den sogenannten Bio-Materialien und werden ebenfalls zur Lippenvergrößerung gespritzt. Es sind Bio-Materialien, weil sie im Laufe der Zeit vollständig vom Körper abgebaut werden. Bei der Methode wird das Bio-Füllmaterial mit einer feinen Nadel in die Stellen der Lippe gespritzt, die vergrößert werden sollen. Üblicherweise hält der Vergrößerungseffekt hierbei zwischen sechs und zwölf Monaten. Die Methode hat also den Nachteil, dass regelmäßig immer wieder neu gespritzt werden muss.

Kollagen hat zudem den Nachteil, dass ein geringer Prozentsatz von Patientinnen darauf allergisch reagieren. Deshalb sollten Patientinnen, die sich Kollagen spritzen lassen wollen, vorher einen entsprechenden Allergie-Vergleich machen lassen. Übrigens: Die Abbau-Zeit der Bio-Füllmaterialien können die Patientinnen durch gesunde Lebensweise verlängern, indem sie auf intensive Sonneneinstrahlung und Rauchen verzichten.

Silikon-Aufspritzung

Des Weiteren gibt es auch Materialien zur Lippenvergrößerung, die nicht abbaubar, also dauerhaft haltbar sind. Dazu gehören etwa Silikon, das bekanntermaßen auch an anderen Körperstellen wie der Brust eingesetzt wird, oder ähnliche Stoffe wie Artecoll oder Aquamid. Eben weil es dauerhaft ist, muss der Schritt zur Entscheidung für diese Methode besonders gut überlegt werden. Denn wenn es zu viel wurde oder die Patientin aus anderem Grund nicht mehr so große Lippen haben möchte, gibt es keinen Weg zurück mehr.

Bei manchen Frauen sieht es dann schlecht aus und sie müssen damit dauerhaft leben. Silikon und ähnliche Stoffe sind körperfremde Stoffe, auch deshalb ist diese Methode riskanter und teurer als die anderen Methoden der Lippenvergrößerung. Die Materialien bestehen üblicherweise aus kleinen Kunststoffkügelchen, die in Kollagen eingebettet sind. Dieses Kollagen wird – wie beschrieben – nach einer Zeit abgebaut. Dann bildet sich neues Bindegewebe, das die Kügelchen umschließt. Das Bindegewebe wirkt somit wie ein Polster, welches die Lippen auffüllt und sie größer wirken lässt.

Risiken bei der Lippenvergrößerung

Generell gehört die Lippenvergrößerung zu den Schönheitsoperationen, die vergleichsweise einfach ist und wenig Risiken mit sich bringt. Das – scheinbar – größte Risiko können Sie als Patient ausschließen, wenn Sie sich vor dem Eingriff möglichst exakt auf ein Ziel verständigen. Sprechen Sie genau mit Ihrem Arzt und schauen Sie sich Ergebnisse von Beispielen an. So vermeiden Sie, dass Sie hinterher mit dem Operationsergebnis unzufrieden sind.

Ein potentieller Risikofaktor sind unerfahrene Ärzte. Wählen Sie Ihren Arzt gründlich und nicht ausschließlich über den Faktor Kosten aus. Achten Sie darauf, dass Ihr Arzt ein Facharzt für Plastische Chirurgie ist und über ausreichend Erfahrung auf dem Gebiet der Lippenvergrößerung verfügt. Überlegen Sie genau, ob Sie verlockende Angebote aus dem Ausland annehmen möchten.

Wenn Sie den passenden Arzt gefunden und ein genaues Ziel des Eingriffs definiert haben, gibt es „nur“ noch folgende allgemeine Risiken und mögliche Nebenwirkungen eines Eingriffs im Bereich der Lippen: Infektionen an der Einspritz-Stelle, Blutungen, Blutergüsse, Juckreiz, Rötungen und andere allergische Reaktionen. Auch sind Medikamenten-Unverträglichkeiten und Entzündungen möglich.

Wenn Eigenfettgewebe transplantiert wurde, kann es zu Unebenheiten und Verhärtungen kommen, die im schlechten Fall eine Wiederholung des Eingriffs notwendig machen. Insgesamt sind die Risiken bei einer Lippenvergrößerung aber überschaubar.

Vor und nach dem Eingriff

Wie bei allen operativen Eingriffen sollten Patienten rund zwei Wochen vor dem Eingriff keine Medikamente mehr einnehmen, die sich auf die Blutgerinnung auswirken,. Dazu zählen u. a. Mittel wie Aspirin. Zudem sollten Patienten auf Schlafmittel und Alkohol verzichten. Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen im Vorfeld der Lippenvergrößerung ist diese ein sogenannter minimalinvasiver Eingriff mit relativ wenig Risiken und Nebenwirkungen.

Um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen, sind manchmal Feinkorrekturen innerhalb der ersten zwei bis vier Wochen notwendig. Nach einem halben bis einem Jahr ist üblicherweise eine Auffrischung notwendig. Das kommt aber ganz auf das eingesetzte Material an. Es gibt auch Füllstoffe, die nur einmal eingesetzt werden müssen.

Die Verhaltenstipps vor dem Eingriff und alle – möglichen – nötigen Wege der Nachbehandlung besprechen Arzt und Patient im Vorfeld, um nicht unvorbereitet zu sein, wenn ein Eingriff für ein optimales Ergebnis nicht ausreicht.

Kosten für eine Lippenvergrößerung

Die Preise für Lippenvergrößerungen variieren wegen der verschiedenen Methoden und Materialien sehr. Die günstigsten Eingriffe gibt es bereits ab etwa 200 Euro, die teuersten und aufwändigsten Eingriffe kosten über 1000 Euro. Zudem muss man bedenken, dass es in den meisten Fällen nicht mit einem Eingriff getan ist, sondern weitere folgen (müssen).

Die Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure ist in Deutschland die beliebteste Methode der Lippenvergrößerung. Wenn alles gut verläuft, wirkt die gesamte Mundpartei nach einem Eingriff natürlich und harmonisch und die Lippen größer. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 300 bis 500 Euro.

Die Methode mit Eigenfett ist deshalb teurer, weil das Eigenfett zunächst an einer anderen Körperstelle entnommen werden muss. Dann muss es fachgerecht aufbereitet werden, ehe es mit an den gewünschten Stellen unterspritzt werden kann. Diese Methode ist sehr sicher, weil das Material nicht abgestoßen wird. Üblicherweise hält der Effekt hier etwa bis zu einem Jahr. Die Kosten liegen grob zwischen 1000 bis 1400 Euro, je nach Arzt.

Es gibt im Bereich der Lippenvergrößerung erstaunlich große Preisspannen, deshalb sollten Patientinnen gut recherchieren, wo und mit welcher Methode sie den Eingriff machen lassen. Dabei sollte natürlich nicht in erster Linie der Preis eine Rolle spielen, sondern die Erfahrung und die Referenzen des behandelnden Arztes.

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