Die Magenband Operation

Magenband Operation
Sorgt für nachhaltigen Gewichtsverlust durch eine limitierte Nahrungsaufnahme - das Magenband.

Ein Magenband wird ausschließlich bei Menschen mit Adipositas (Fettsucht) eingesetzt. Es bewirkt eine Verkleinerung des Magens, sodass nur noch geringe Mengen der ursprünglichen Menge an Nahrung aufgenommen werden können.

Jeder zweite erwachsene Deutsche ist heutzutage übergewichtig, jeder fünfte bis sechste Deutsche ist adipös. Adipositas wird durch den errechneten Body-Maß-Index (BMI) festgestellt. Der BMI ist eine Messzahl zur Bewertung des Gewichts. Er berechnet sich aus dem Gewicht, geteilt durch die Größe im Quadrat. Liegt der BMI zwischen 25-30, spricht man von Übergewicht, bei einem BMI von über 30 ist von Adipositas die Rede.

Auf diesem Ratgeber-Portal erklären wir Gründe und Einsatzgebiete des Magenbandes, beschreiben, für wen es sich eignet, wie es funktioniert und wie die Operation verläuft. Außerdem klären wir über mögliche Komplikationen auf und stellen die Kosten dar.

Funktion des Magenbandes

Das Magenband wird um den oberen Teil des Magens gelegt und schränkt so die Magenfüllkapazität erheblich ein. Es entsteht eine Art Vormagen. Die Öffnung zum Restmagen und zum Verdauungstrakt ist durch das Band stark verkleinert, die konsumierte Nahrung verlässt den Magen verzögert und gelangt so auch langsamer in den Darm. So tritt schon bei geringer Nahrungsaufnahme ein Sättigungsgefühl ein.

Beim verstellbaren Magenband ist die Innenseite des Bandes von außen auffüllbar mit einer Kochsalzlösung. Dafür liegt ein etwa pfenniggroßes Reservoir (Port) unter der Haut und ist über einen dünnen Schlauch mit dem Magenband verbunden. Mit einem Stich durch die Haut in das Reservoir kann Flüssigkeit entnommen oder zugefügt werden. Wenn das Band zu locker sitzt, das heißt, der Patient zu wenig abnimmt, kann durch Nachfüllen der Flüssigkeit das Band verengt werden, im umgekehrten Fall kann es durch Abnehmen der Flüssigkeit gelockert werden.

Ein Magenband verändert nicht den Appetit, sondern lediglich die Menge an Nahrung, die aufgenommen werden kann. Für den Behandlungserfolg ist besonders wichtig, dass der Patient sich nach der Operation strikt an alle vorgegebenen Verhaltensvorschriften hält. Dazu gehört voranging die dauerhafte Umstellung der Ernährung. Zwar verhindert das Magenband, dass die übliche Menge konsumiert werden kann, jedoch nimmt es keinen Einfluss auf den Kaloriengehalt der Lebensmittel.

Dazu kommt, dass kalorienhaltige Getränke wie Cola, Trinkschokolade, Vollmilch und alkoholische Getränke ungehindert durch das Magenband hindurch dringen können. Allein die Implantation des Magenbandes hilft nicht gegen Fettleibigkeit. So ist das Magenband lediglich ein erster Schritt, um später eine dauerhafte Gewichtsreduktion zu erreichen.

Vorraussetzungen für ein Magenband

Nicht jeder Patient mit Adipositas ist für eine Magenband-Operation geeignet. Die Kriterien, die erfüllt sein müssen, sind in allen Kliniken ähnlich und gelten teilweise auch für den Antrag auf Erstattung bei der Krankenkasse. So sollte der Body-Maß-Index über 35 kg/ m² liegen und es sollten zusätzliche Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus vorliegen. Hormonbedingte Ursachen für die Adipositas müssen ausgeschlossen werden können, da in diesem Falle die Fettleibigkeit nicht mit Hilfe eines Magenbands behoben werden kann. Es dürften keine Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes, wie zum Beispiel Magengeschwüre, vorliegen.

Die früheren Bemühungen des Patienten zur Gewichtsreduktion müssen nachgewiesen werden, so zum Beispiel die Vorlage der Nachweise von ärztlich überwachten Diäten und mindestens zwei erfolglosen Abmagerungskuren. Ebenfalls gefordert wird ein Gutachten eines Psychotherapeuten darüber, ob der Patient psychisch für die Operation geeignet ist.

Wichtig ist außerdem, dass der Patient gewillt ist, sein Ess- und Bewegungsverhalten weiterhin zu kontrollieren und sich zudem regelmäßigen postoperativen Kontrolluntersuchen zu unterziehen. Dies kann zeitaufwändig sein, ist aber für den langfristigen Erfolg der Operation sehr wichtig.

Sind diese Kriterien erfüllt, wird normalerweise einer Magenband-Operation zugestimmt. Die Entscheidung darüber werden getroffen von einem Spezialisten für Übergewicht, einem bariatrischen („auf Übergewicht spezialisierten“) Chirurgen und dem zuständigen Psychologen.

Gründe für und Einsatzgebiete des Magenbandes

Fettsucht kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Häufige Risiken sind erhöhter Blutdruck (Hypertonie), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2), Fettstoffwechselstörungen (zum Beispiel Hyperlipidämie und Dislipidämie), Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz und eine Steigerung des Schlaganfall- Risikos. Zusätzliche Risiken sind das Schlafapnoe-Syndrom (Atempausen im Schlaf), Gicht, Gallenblasenerkrankungen und orthopädische Komplikationen durch die hohe Gewichtsbelastung der Knochen.

Nicht zuletzt können neben den gesundheitlichen Risiken auch enorme psychische Belastungen die Folge von Adipositas und Übergewicht sein. Aufgrund der Jugend- und Fitnessorientierung sank vor allem in den letzten Jahrzehnten das Ansehen von übergewichtigen Menschen in der Gesellschaft stark. So kam es immer mehr zu einer sozialen Diskriminierung von Betroffenen. Schon übergewichtige Kinder können starken Belastungen ausgesetzt sein.

Sie werden von ihren Mitschülern gehänselt, gemobbt und ausgeschlossen und es fällt ihnen oftmals schwerer, soziale Kontakte zu schließen. Auch erwachsene übergewichtige Menschen werden seltener als Freunde akzeptiert, gelten in der Regel als weniger sympathisch und als weniger attraktiv. So haben sie häufig auch mehr Probleme bei der Partnerfindung. Dass dies enormen psychischen Druck ausübt, ist erwiesen. Bei vielen Übergewichtigen sinkt durch diese Aspekte die Selbstachtung und viele verurteilen und verachten sich selbst. Dies kann zu schwerwiegenden psychischen Problemen führen.

Die Gründe für Adipositas und Übergewicht sind unterschiedlich. Häufig spielen genetische Faktoren eine Rolle, so dass die Anlagen zur Fettleibigkeit schon im vorhandenen Erbmaterial gespeichert sind. So kann dieser Faktor, kombiniert mir fettreicher Ernährung und Bewegungsmangel, zu Adipositas führen. Ungünstig dabei wirkt sich die naturgegebene Fähigkeit des Menschen, Fett zu speichern, aus. Diese Funktion sorgt dafür, dass überschüssiges Fett nicht ausgeschieden, sondern im Körper abgelagert wird.

Auch psychologische Gründe liegen oftmals vor. So kann der Patient an einem Binge-Eating-Syndrom (unkontrollierbares Konsumieren von Nahrung) oder an einer depressiven Störung, die einhergeht mit übermäßiger Nahrungsaufnahme (auch bekannt als „Kummerspeck“) leiden. Dazu kommt das unterschiedliche Zusammenarbeiten zwischen dem Magen-Darm-Trakt und des zentralen Nervensystems. So kann es sein, dass der Genuss der Nahrung die Sättigungsregulation überspielt und es so zu einer für den Körper überflüssigen Nahrungsaufnahme kommt.

Wenn alle konservativen Behandlungsmethoden gegen Adipositas versagt haben, ist die letzte Möglichkeit eine laparoskopische Magenband-Operation. Dabei wird ein Textil- oder Silikonband um den Magenfundus gelegt, so dass nur noch eine geringere Nahrungsaufnahme möglich ist. So kann eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreicht werden.

Die Magenband Operationsvorbereitung

Während des ersten Treffens mit dem bariatrischen Chirurgen wird der gesundheitliche und psychische Allgemeinzustand bewertet und alle bisherigen Untersuchungen und Behandlungen des Spezialisten für Übergewicht und des Psychologen werden erneut beurteilt. Erneut werden BMI und Typ des Übergewichts bestimmt.

Der Patient bekommt alle Informationen über den Ablauf und die Risiken der laparoskopischen Magenband-Operation und wird über die Art des Magenbands unterrichtet, das bei ihm eingesetzt werden soll. Der Patient sollte dem Chirurgen alle vorhandenen Unverträglichkeiten und Allergien mitteilen, damit er dies bei dem Eingriff berücksichtigen kann.

Wichtig ist, vor der Operation für mindestens zwei Wochen das Rauchen zu unterlassen, da dies die Blutgerinnung stört. Zusätzlich sollten keine Medikamente (zum Beispiel Aspirin) eingenommen werden, die später die Blutungen verstärken. Der Patient sollte bis drei Wochen vor der Operation an keiner Infektionskrankheit wie Erkältungen gelitten haben.

Der Patient darf am Tag der Operation selbst kein Auto mehr fahren. Sollte in Ausnahmefällen geplant sein, dass die Klinik am Tag des Eingriffs wieder verlassen wird, muss sich der Patient um den Rücktransport vom Krankenhaus kümmern und sich am besten abholen lassen. Verbleibt der Patient, wie im Normalfall, weitere ein bis zwei Tage in der Klinik, sollte er sich gegebenenfalls um eine Vertretung für Zuhause kümmern (zum Beispiel Betreuung von Kindern, Haustieren etc.).

Es wird empfohlen, dem Körper nach dem Eingriff einige Zeit Ruhe zu gönnen. So sollte beim Arbeitgeber einige Zeit Urlaub beantragt worden sein.

Der Ablauf der Magenband-Operation

Es gibt zwei verschiedene Arten von Magenbändern, die eingesetzt werden können: das starre und das verstellbare Magenband.

Das starre Magenband kann später nicht mehr reguliert werden. Es besteht aus einer Textilfaser, welches den Magen abbindet.

Das verstellbare Magenband besteht aus Silikon und kann jederzeit neu angepasst werden. Auf der Innenseite des Bandes befindet sich eine Art Ballon, dessen Volumen sich jederzeit mit Hilfe einer Spritze regulieren lässt, wodurch das Magenband verengt oder gelockert werden kann.

Die laparoskopische Magenband-Operation wird grundsätzlich unter Vollnarkose durchgeführt, der Patient bekommt also vom Operationsverlauf nichts mit und schläft währenddessen.

Das Einsetzen des Magenbands wird mit Hilfe von mehreren kleineren Schnitten auf eine schonende Weise durchgeführt. Als erstes wird die Bauchhöhle mit CO² gefüllt, wodurch eine Anhebung der Bauchwand und somit eine gute Übersicht über die Bauchhöhle gewährleistet ist. Die Operation wird laparoskopisch durchgeführt, das heißt, dass ein kleines Gerät mit einer installierten Kamera (Laparoskop) durch ein bis zwei Zentimeter große Schnitte in den Bauch eingeführt wird. So wird das Bild der Bauchhöhle auf einen Bildschirm übertragen. Um die Öffnung zu erhalten, werden Hülsen verwenden, welche die Schnitte während der Operation offen halten. Das Magenband wird nun mit Hilfe von weiteren speziellen Geräten eingesetzt. Der Verdauungstrakt wird dabei nicht geöffnet.

Im Anschluss werden die kleineren Wunden mit sterilen Pflastern abgedeckt und die größeren Wunden mit kleinen Stichen vernäht.

Die Operation dauert im Durchschnitt zwischen ein und zwei Stunden, jedoch kann die Zeit je nach Einzelfall auch stark variieren.

Nach der Magenband-Operation

Nach dem Eingriff wird der Patient vom Operationsraum in den Aufwachraum verlegt und währenddessen vom Krankenhauspersonal überwacht. Wenn der Patient aus der Narkose erwacht, kommt es nach Nachlassen der Betäubung meist zu leichten Schmerzen im Bereich der Schnittwunden. Durch die Zuführung des CO² kann es zudem zu Schmerzen im Bereich des Schlüsselbeins und der Arme kommen. Durch den Einsatz von Schmerzmitteln werden die Beschwerden gelindert. Am Abend nach der Operation kann der Patient normalerweise wieder Tee und Wasser zu sich nehmen.

Am ersten Tag nach dem Eingriff wird mit Hilfe von Kontrastmitteln eine Röntgenkontrolle durchgeführt, um festzustellen, ob das Band wie geplant liegt und es keine Verschiebungen gegeben hat. Zusätzlich wird regelmäßig der Gesundheitszustand des Patienten kontrolliert.

Nach einigen Tagen werden die Nähte entfernt. Der Patient bekommt alle Anweisungen vom Arzt bezüglich der weiteren Ernährung und den Kontrolluntersuchungen. Es kann mit einigen Tagen Krankenhausaufenthalt gerechnet werden.

Der Patient sollte sich streng an die vorgeschriebene Diät halten, möglichst gut kauen, damit es zu keinem Nahrungsstau kommt und es sollten nur geringe Mengen verzehrt werden, um Erbrechen zu vermeiden. Zudem sollte bei den Mahlzeiten nicht mehr getrunken werden, da sich sonst die Nahrung verflüssigt und leichter durch die Öffnung dringen kann. Genügend Wasserzufuhr zwischen den Mahlzeiten ist jedoch wichtig.

Einige Medikamente dürfen nach einer Magenband- Operation nicht mehr eingenommen werden, da der Magen nicht zusätzlich belastet werden sollte. Der Arzt wird den Patienten darüber informieren.

Eine psychotherapeutische Betreuung kann auch nach der Operation von Vorteil sein.

Komplikationen und Risiken einer Magenband Operation

In der Nähe des Operationsbereiches kann es zu Verletzungen von Organen und anderen anatomischen Strukturen kommen. In seltenen Fällen kann dies eine Bauchfellentzündung verursachen.

Wie bei den meisten Operationen können Blutungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen und Narbenbildung auftreten. Auch Nerven können beschädigt werden, was zu einem meist vorübergehenden Taubheitsgefühl führen kann. Allergien auf verabreichte Substanzen können ebenfalls auftreten.

Wenn der Patient nach der Magenband- Operation undiszipliniert isst, kann es in der ersten Zeit zu häufigem Erbrechen kommen, da das Magenvolumen überreizt wird.

Im Laufe der Zeit, vor allem bei älteren Magenbändern, kann das Band verrutschen. Sitzt das Band zu eng, kann es zu einer Schädigung der Magenwände kommen. Wenn sich dicke Nahrungsbestandteile oder Fremdkörper in die Öffnung setzen, kann dies zu einem Rückstau der Nahrung führen. Es ist daher wichtig, grundsätzlich die Nahrung gut zu zerkauen.

Weitere Komplikationen können sein, dass das Magenband ins Mageninnere gelangt (Migration des Bandes), es zu einer Fistelbildung kommt oder nachträgliche Infektionen entstehen.

Im Vergleich zu den Risiken einer Adipositas sind die Risiken eines Magenbandes aber deutlich geringer.

Behandlungserfolg einer Magenband Operation

Die meisten Ärzte empfehlen, das Magenband lebenslang im Körper zu behalten. Studien haben gezeigt, dass fast alle Patienten, die das Magenband nach dem erreichten Wunschgewicht wieder entfernen ließen, nach etwa einem Jahr wieder das Gewicht vor der Operation erreichten. Erst nach acht bis zehn Jahren dauerhaft gleichmäßigem Gewicht kann über eine Entfernung des Bandes nachgedacht werden, jedoch ist auch dann nicht garantiert, dass dies nicht wieder Rückschritte zur Folge hätte.

In Notsituationen oder bei Komplikationen kann es natürlich nötig sein, das Band zu entfernen.

Die Kosten einer Magenbandoperation

Waren nachweislich alle bisherigen Bemühungen zur Gewichtsreduktion erfolglos und erfüllt der Patient auch sonst alle Kriterien für den Einsatz eines Magenbandes, kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein. Die Kassen entscheiden darüber anhand von Befunden, Diagnosen und Ergebnissen der bisher durchgeführten Therapien und müssen für eine Erstattung zu dem Ergebnis kommen, dass ein Magenband ein medizinisch notweniger Eingriff ist. Der Nachweis über die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, Therapien und Diätprogrammen muss ebenfalls erbracht werden.

Da ein Magenband jedoch eine Wahlmöglichkeit ist und kein Heileingriff, sind die Krankenkassen dazu nicht verpflichtet und können je nach individuellen Gegebenheiten darüber frei entscheiden.

Die Kosten für ein Magenband liegen durchschnittlich bei viertausend Euro. Der Preis beinhaltet im Normalfall das Beratungsgespräch und die Voruntersuchungen, die Kosten für den Eingriff selbst und die medizinische Nachsorge. Ist ein weiterer Krankenhausaufenthalt nötig, entstehen dadurch zusätzliche Kosten. Beteiligt sich die Krankenkasse nicht an den Kosten für die Behandlung, muss der Patient dafür selbst aufkommen.

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