Die Narkosearten und Risiken

Arten der Narkose für eine Schönheitsoperation
Welche Narkose für Sie und Ihre OP am besten ist, wird mit Hilfe eines Fragebogens und in Kommunikation mit dem Anästhesisten geklärt. Bildquelle: TORWAISTUDIO / Shutterstock.com

Es gibt je nach Größe des Eingriffs und Befindlichkeit des Patienten mehrere Möglichkeiten einer Narkose: Vollnarkose oder Lokalanästhesie bzw. Dämmerschlaf. Einige Menschen haben Angst vor der Vollnarkose, etliche andere wünschen sie sich, um gar nichts mit zu bekommen.

Ob nun Vollnarkose oder Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf, eine gut geplante Anästhesie ist heutzutage eine sehr sichere Sache, da die Narkose vom Arzt zusammen mit dem Patienten individuell abgestimmt werden kann. Übrigens ist die Angst vor einer Vollnarkose ziemlich unbegründet wenn man berücksichtigt, dass das Risiko, an einer Narkose zu sterben, bei etwa 1:11111 liegt, also 0,009 Prozent.

Die Vor- und Nachteile der jeweiligen Narkoseart möchten wir nachfolgend kurz umreißen.

Der Anästhesist muss dafür sorgen, dass der Patient während der ganzen OP keinen erhöhten Blutdruck hat und nach der OP nicht unruhig ist.

Die Vollnarkose – für viele Patienten die angenehmste Narkose

Das Ziel der Vollnarkose ist das Ausschalten des Bewusstseins des Patienten sodass er nichts mehr mitbekommt. Durch einen Zugang über eine Vene am Handrücken bekommt der Patient eine Mixtur aus Hypnotika zum Ausschalten des Bewusstseins, Opioiden zur Schmerzstillung und Relaxanzien zur Muskelentspannung.

Zusätzlich ist eine künstliche Beatmung über Beatmungsgerät und einen Tubus in der Luftröhre des Patienten notwendig, da mit zunehmender Narkosetiefe der Atemantrieb abnimmt. Idealerweise wird der Patient dann noch an den Tropf (Infusion) gehängt.

Während der gesamten Operation werden Herzschlag, Blutdruck und Sauerstoffsättigung im Blut kontrolliert.

Risiken der Vollnarkose

Schwere Risiken bei der Vollnarkose sind äußerst selten. Dennoch gibt es folgende Risiken:

  • es kann zu Herz- und Kreislaufstillstand kommen
  • es kann zu Atemstillstand kommen
  • es kann nach dem Aufwachen zu Übelkeit, Erbrechen und Kälteempfinden kommen
  • es kann zu Heiserkeit und Schluckbeschwerden kommen (als Folge des Tubus)

Um Schluckbeschwerden nach der Narkose zu verhindern, kann statt des Tubus eine  Larynxmaske (weiches Gummikissen) vor den Luftröhreneingang gelegt werden, sodass der Patient noch selbst atmen kann, was letztlich auch den Aufwachprozess beschleunigt. Diese Methode ist besonders bei kurzen Operationen zu bevorzugen.

Die Lokalanästhesie (auch Dämmerschlaf)

Kleinere Eingriffe können heute in Lokalanästhesie vorgenommen werden. Der große Vorteil der Lokalanästhesie ist, dass nur die Region, an der der Eingriff stattfindet, mit Salbe, Injektion oder Spray betäubt wird und damit alle Körperfunktionen erhalten bleiben und der Patient auch ansprechbar ist. So kann auch die Narkose nachdosiert werden, sollte der Patient Schmerzen verspüren und dies äußern.

Oft wird dem Patienten zusätzlich ein leichtes Schlafmittel verabreicht, das ihn in den sogenannten Dämmerschlaf versetzt (Analgosedierung) wobei der Patient bei Bewusstsein ist und die Eigenatmung erhalten bleibt. Trotz dieses Dämmerschlafes und dieser Schmerzlosigkeit, ist das Miterleben des Operationsgeschehens für manchen Leute für Herz und Kreislauf belastend.

Methoden der lokalen Anästhesie

  • Spinalanästhesie: das Narkosemittel wird in den Bereich zwischen harter und weicher Rückenmarkhaut (Liqorraum) gespritzt, was Beine und Unterkörper gefühllos werden lässt. Risiko: in sehr seltenen Fällen kann es beim Einstich zu Blutungen kommen und dann zu einer vorübergehenden Lähmungserscheinung in den Beinen.
  • Periduralanästhesie (PDA): das Narkosemittel wird zwischen die zwei harten Schichten der Rückenmarkhaut im Bereich der Lendenwirbel gespritzt. Folgen und Risiken wie bei der Spinalanästhesie.
  • Periphere Nervenblockaden: das Narkosemittel wird in den Achselhöhlen, am Schlüsselbein oder in die Leiste gespritzt, wo die Nerven besonders gebündelt liegen. Arme und Beine werden mit Hilfe dieser Narkose betäubt. Risiken: es können Nerven verletzt werden was man mit Reizstrom-Nadeln zu verhindern versucht, da man die Nerven so genau lokalisieren kann.

Bestimmung der optimalen Narkoseart

In der Regel wird der Narkosearzt bzw. der Anästhesist ein Vorgespräch mit Ihnen vereinbaren, wo er im Rahmen eines Fragebogens einige persönliche Dinge erfragt, die von Ihnen möglichst ehrlich beantwortet werden müssen, denn davon ist einerseits der Erfolg und andererseits auch das Risiko einer Narkoseart abhängig. Folgende Fragen werden normalerweise per Fragebogen von Ihnen beantwortet werden müssen:

  • Wieviel und wie regelmäßig konsumieren Sie Alkohol? Alkohol “gewöhnte” Menschen haben eine gut funktionierende Leber, die das Narkosemittel schneller abbaut
  • Welche Medikamente nehmen Sie ständig oder gelegentlich ein? Wechselwirkungen mit Narkosemitteln müssen ausgeschlossen werden
  • Nehmen Sie die Pille? Nur dann wichtig, wenn Sie einige Tage bettlägrig sind, da die Pille das Thromboserisiko erhöht
  • Gegen was sind Sie allergisch? Eine allergische Reaktion gegen das Narkosemittel muss ausgeschlossen werden
  • Sind Sie schwanger? Dann wird der Anästhesist darauf plädieren, die OP bis nach der Geburt zu verschieben wg. nicht kalkulierbaren Risiken für das Neugeborene
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