Die Nasenkorrektur

Nasenkorrektur
Eine zu lange oder unförmige Nase belastet Betroffene eher psychisch. Nur selten ist ein Eingriff gesundheitlich bedingt.

Die Nase liegt im Zentrum des menschlichen Gesichts und ist somit stets sichtbar. Dies ist für viele Menschen ein Problem, da sie mit der Form und/oder der Größe ihrer Nase unzufrieden sind. In diesem Zusammenhang ist eine Nasenkorrektur oftmals der letzte Ausweg, um den Formdefekt zu beheben und damit das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu steigern.

In unserem Ratgeber-Portal informieren wir umfassend über die Vorbereitung, die Methoden, die Risiken, die Kosten und die Nachsorge von Nasenkorrekturen.

Persönliche Vorbereitung vor der Nasenkorrektur

Ihr individueller Lebensstil kann den Ausgang der Operation immens beeinflussen. Hierbei sollten sie zum Beispiel das Rauchen eine Woche vor der OP stark reduzieren, im besten Fall sogar ganz darauf verzichten. Nikotin führt zu einer Verengung der Blutgefäße, wodurch der Heilungsprozess verzögert beziehungsweise behindert werden kann. Des Weiteren sollten sie in den Tagen vor der OP auf Alkohol und Medikamente wie zum Beispiel Aspirin verzichten, da diese Mittel eine blutverdünnende Wirkung haben und den Eingriff somit erschweren und unter Umständen sogar verhindern können.

Das Beratungsgespräch

Der erste Schritt ist ein Beratungsgespräch beim Chirurgen. Dieses ist in der Regel für sie kostenlos und gewährt ihnen einen ersten Einblick über den Umfang der Operation. Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen sowie Wünsche und Vorstellungen zu äußern. Diesbezüglich verfügen etliche Chirurgen über eine spezielle Computersoftware, die ihnen anhand einer Simulation einen ersten Eindruck vom zu erwartenden Ergebnis vermittelt. Außerdem erläutert der Chirurg die jeweilige Methode und die Risiken und eventuellen Komplikationen, die auftreten können.

Voruntersuchungen zur Nasenkorrektur

Sofern sie sich für einen Eingriff entschieden haben, wird bei einem zweiten Termin die Voruntersuchung durchgeführt. Hierbei spielt die Krankheitsgeschichte des Patienten eine große Rolle, wie zum Beispiel vergangene Operationen, Allergien oder Medikamente, die sie aktuell einnehmen. Darüber hinaus wird die innere Nasenstruktur explizit untersucht. Additiv werden sie zudem ein Gespräch mit dem Anästhesisten führen, um  die Art und die Höhe der Narkose zu besprechen. Sofern der Eingriff unter einer Vollnarkose vollzogen wird, beachten sie, dass sie ab 22 Uhr am Vorabend der OP keine Nahrung mehr zu sich nehmen dürfen.

Operationsmethoden der Nasenkorrektur

Die geschlossene Rhinoplastik

Diese Methode wird in Deutschland am häufigsten angewandt, da der Schnitt im Inneren der Nase erfolgt und somit keine offensichtlichen Narben hinterlässt. Durch den Zugang über die beiden Nasenlöcher kann der Chirurg das Knochen- und Knorpelgewebe der Nase bearbeiten. Aufgrund dessen eignet sich die Methode insbesondere für eine Begradigung der Nasenscheidewand. Abgesehen davon kann sie auch bei einer Verschmälerung der Nase oder zum Anheben der Nasenspitze eingesetzt werden. Außerdem kann der Chirurg bei dieser Methode eine Knorpeltransplantation vornehmen, indem er zur Modellierung der neuen Nase zum Beispiel Knorpel aus dem Ohr verwendet.

Die offene Rhinoplastik

Im Gegensatz zur geschlossenen Rhinoplastik erfolgt der Schnitt bei dieser Variante am äußeren Milieu der Nase. Hierbei kann er auf dem Nasensteg, hinter den Nasenflügeln, hinter der Nasenspitze oder am seitlichen Nasenabhang vollzogen werden. Der entscheidende Vorteil dieser Technik liegt darin, dass der Chirurg einen sehr guten Überblick über das Operationsfeld hat. Eingesetzt wird die Methode vor allem dann, wenn der Patient eine sehr dünne Haut hat oder wenn der Eingriff sehr aufwändig ist. Dies ist beispielsweise bei einer Höckerabtragung der Fall. Des Weiteren eignet sich die Methode, um Veränderungen und Korrekturen am Knorpelgewebe der Nase durchzuführen.

Die klassische Septorhinoplastik

Diese Methode kommt insbesondere bei Teilabtragungen des Nasenhöckers und bei Verschmälerungen von sehr breiten Nasen zur Anwendung. Außerdem kann sie für Korrekturen an der Nasenscheidewand, die Neuformung der Nasenspitze oder den Aufbau einer Kurznase angewandt werden. Die jeweiligen Schnitte erfolgen hierbei ebenfalls außerhalb der Nase.

Nasenscheidewandoperation

Bei diesem Eingriff erfolgt der Zugang prinzipiell über die Nasenlöcher, so dass äußere Schnitte nicht notwendig sind. Durchgeführt wird sie, wenn der Patient unter einer sehr starken Verkrümmung der Nasenscheidewand leidet, die zum Beispiel die Nasenatmung beeinflusst oder das Riechvermögen reduziert. In diesem Fall wird im ersten Schritt die Nasenschleimhaut von der Nasenscheidewand getrennt. Daraufhin werden die verkrümmten Teile eingeschnitten und begradigt. Optional kann die Nasenscheidewand auch heraus gelöst werden und in begradigter Form wieder eingesetzt werden. Anschließend wird die Schleimhaut wieder angesetzt und die Schnitte werden vernäht.

Risiken der Nasenoperation

Zu den allgemeinen Risiken, die im Zuge jeder Operation auftreten können, gehören unter anderem Thrombosen, Embolien, eine Medikamentenunverträglichkeit und daraus resultierende Übelkeit oder Hautausschläge.

In Bezug auf die Nasenkorrektur können beispielsweise Sehstörungen, Riechstörungen, Verfärbungen der Schneidezähne oder Sensibilitätsstörungen an den Zähnen und im Gesicht auftreten. Im Zuge der Operation können außerdem Wundheilungsstörungen, Blutungen, Nachblutungen, Infektionen oder Durchblutungsstörungen mögliche Folgen sein. In wenigen Fällen kann es, aufgrund einer genetischen Veranlagung, zu Narben-Verwucherungen kommen. Sofern beim Eingriff Knorpel transplantiert werden musste, kann es sein, dass der Körper dieses im Nachhinein abstößt.

Bei diesen Risiken handelt es sich um mögliche Folgen, die keinesfalls zwangsläufig oder in Kombination miteinander auftreten müssen. Gleichwohl müssen sie in den ersten Tagen nach der OP mit Schwellungen und Blutergüssen rechnen, die mitunter schmerzhaft sind und auch die Wangen und Augen betreffen können. Des Weiteren wird ein allgemeines Spannungsgefühl im Gesicht auftreten, was jedoch eine normale Begleiterscheinung der OP ist.

Nachsorge der Nasenkorrektur

In den meisten Fällen erfolgt die Nachuntersuchung an zwei Terminen. Der erste Termin liegt etwa drei bis fünf Tage nach der OP, der zweite wird nach ungefähr sieben bis zehn Tagen durchgeführt. Hierbei stehen insbesondere der Heilungsverlauf im Fokus und das Entgegenwirken bei eventuellen Komplikationen. Des Weiteren erfolgt beim ersten Termin ein Gipswechsel, da dieser, aufgrund der Abschwellungen nicht mehr passt. Die Fäden werden in der Regel beim zweiten Termin gezogen. Darüber hinaus dienen die Termine dem Chirurgen dazu, sich nach dem Wohlbefinden des Patienten zu informieren.

Genau wie bei der Vorsorge können die Patienten mit ihrem Verhalten nach der Operation das Endergebnis unmittelbar beeinflussen. Hierbei sollten sie ebenfalls für etwa zwei Wochen auf Nikotin und Alkohol verzichten. Die Einnahme von eventuellen Schmerzmitteln muss zudem mit dem Arzt im Vorfeld abgesprochen werden. Weiterhin sollten Sie davon absehen, die operierte Nase ständig zu berühren, da andernfalls eine Verschiebung der Knochen die Folge sein kann, was das Endergebnis nachhaltig negativ prägt.

Vorsicht ist zudem bei der Nahrungsaufnahme geboten, da intensives Kauen ebenfalls eine Verschiebung begünstigen kann. Deswegen sollte man in den ersten Tagen die Nahrung in Form von Suppen oder Häppchen einnehmen. Abgesehen davon sollte man in den ersten Wochen auf eine intensive Sonnenbestrahlung (auch Solarium) verzichten, da sich die Narben ansonsten langfristig dunkel verfärben.

In Abhängigkeit vom jeweiligen Tätigkeitsfeld des Patienten kann das Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähigkeit variieren. Die meisten können ihren Beruf bereits nach einer Woche wieder aufnehmen. Sofern sie jedoch einen Beruf ausüben, der beispielsweise mit hoher körperlicher Belastung verbunden ist, sollten sie mindestens zwei Wochen warten.

Sportliche Aktivitäten sollten frühestens nach vier Wochen wieder ausgeübt werden.

Kosten der Nasenoperation

In Deutschland kostet eine Nasenkorrektur zwischen 2000 und 5000 Euro. Die Spanne ergibt sich, da der Preis unter anderem vom Umfang und der gewählten Methode abhängig ist. Hierbei sind die Kosten für die Narkose und die jeweilige Nachsorge mit inbegriffen. Aufgrund der Komplexität des Eingriffs und der dazu benötigten Erfahrung des Chirurgen, sollten sie eine Operation im osteuropäischen Ausland meiden. Zwar sind die Kosten mitunter deutlich geringer, jedoch liegen in vielen Fällen die hygienischen und operativen Standards weit unter denen in Deutschland.

Sollten sie sich trotzdem für eine OP im Ausland entscheiden, ist eine vorherige intensive Begutachtung der Klinik und der behandelnden Ärzte ratsam. Scheuen sie sich diesbezüglich nicht, ausreichend Fragen zu stellen, zum Beispiel zur Hygiene oder zur Berufserfahrung der Chirurgen. Außerdem sollten sie sich die OP-Säle zeigen lassen. Sollten sie danach prinzipielle Bedenken haben, empfehlen wir, die OP in Deutschland vornehmen zu lassen. Die Kosten sind zwar höher, jedoch gewährleistet ein Eingriff hierzulande ein besseres Ergebnis und eine umfassendere Nachsorge.

Eine mögliche Finanzierung kann durch spezielle Kredite, so genannte Schönheitskredite, erfolgen. In diesem Kontext sollten sie sich bei der von ihnen eventuell schon ausgewählten Klinik informieren, ob eine derartige Finanzierung möglich ist. Einige Kliniken arbeiten bereits mit entsprechenden Unternehmen zusammen.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist nur dann möglich, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, wie beispielsweise eine Beeinträchtigung der Atmung. Rein ästhetisch motivierte Eingriffe werden nicht finanziert. Auf jeden Fall müssen Sie sich den jeweiligen funktionalen Schaden von einem Arzt begutachten lassen. Das Gleiche gilt bei etwaigen psychischen Problemen. Generell fällt eine Nasenkorrektur in den Bereich der Schönheits-Operationen, so dass eine Kostenübernahme oft abgelehnt wird. Am besten informieren sie sich bei ihrer zuständigen Krankenkasse und den jeweiligen Fachärzten, die ihnen eine medizinische Indikation attestieren könnten.

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