Nasenkorrekturen in Polen

Nasenkorrektur in Polen
In Deutschland nicht so gefragt, in Polen dafür umso mehr: die Nasenkorrekturen.

102.600 Rhinoplastiken (zu Deutsch: Nasenkorrekturen) wurden im Jahr 2014 in dem Land durchgeführt, das Spitzenreiter in punkto Nasenkorrekturen ist – nämlich Südkorea. Deutschland belegt in dieser Vergleichsstatistik den vorletzten Rang mit 12.200 Rhinoplastiken im Jahr 2014.

Auch mit Blick auf die Jahresstatistik 2014 der American Society of Plastic Surgeons fällt etwas Interessantes auf: Im Gesamten wurden drei Prozent mehr plastisch-chirurgische Eingriffe durchgeführt als im Vorjahr. In den USA rangieren Nasenkorrekturen auf Platz 2 hinter den Brustvergrößerungen.

Unter dem Sammelbegriff Rhinoplastik werden all die Operationen zusammengefasst, die die äußere Form der Nase behandeln:

  • Operationen, die die Größe der Nase verändern (vergrößern oder verkleinern)
  • Operationen, die den Nasenrücken (ver-)formen
  • Operationen, die den Naseneingang (Nasenflügel, Nasenlöcher) verändern
  • Operationen, die die Länge der Nase anpassen
  • Operationen, die den Winkel zwischen Lippe und Nase anpassen

Eine optisch perfekte Nase ist laut Schönheitsforschung messbar

Da es sich bei der Nase um das zentrale Element im Gesicht eines Menschen handelt, fallen äußere Mängel wie etwa eine Schiefstellung, die Ausbildung eines Höckers oder andere Anomalitäten ganz besonders auf. Die Schönheitsforschung geht noch einen Schritt weiter und benennt sogar Winkelwerte, die die Seitenansicht der Nase folgende Werte ausgeben: Zwischen Mund und Nasenpartie soll der Winkel 105 Grad betragen.

Der Nasenrückenansatz zwischen den Augen soll einen Winkel von 35 Grad haben. Zudem gilt bei Frauen folgender Richtwert: Die Nase sollte schmal sein und eine Länge von 37 Prozent der Kopfbreite nicht überschreiten. Bei Männern gilt ein Richtwert von 38 Prozent der Kopfbreite. Zudem wirkt sich eine grundsätzliche Symmetrie positiv auf die menschlichen Gesichtsproportionen aus.

Die medizinischen Fakten zur Nasenkorrektur

Es gibt drei grundsätzliche Beweggründe, die Patienten dazu motivieren, eine Nasenkorrektur in Betracht zu ziehen, oder die Ärzte dazu animieren, ihren Patienten eine Nasenkorrektur zu empfehlen. Ist das erklärte Ziel die Harmonisierung des Gesichts, so spricht die Medizin von einer ästhetischen Rhinoplastik. Ist die Intention, die Atmung zu verbessern, ist die Rede von der funktionellen Rhinoplastik, und soll auf Grund eines Unfalls oder einer angeborenen Deformation der Nase eine Nasenkorrektur durchgeführt werden, spricht man von der rekonstruktiven Rhinoplastik. Unabhängig davon, was die Beweggründe sein mögen, stehen bei der Nasenkorrektur immer zwei Dinge im Fokus: Die Funktionsfähigkeit der Atmung zu verbessern (oder nicht in Mitleidenschaft zu ziehen) und die Optik im Gesicht zu harmonisieren.

Gründe für Nasenkorrekturen

Grundsätzlich gibt es zwei Hauptgründe, die eine Nasenkorrektur nötig machen: Medizinische Gründe, die nach einer Rhinoplastik die Verbesserung der Atmung im Fokus haben, und optische Gründe, die eine Verbesserung des harmonischen Gesicht-Gesamtbildes als Ziel haben. Im Einzelnen können dies Gründe für eine Nasenkorrektur sprechen:

  • Die angeborene (und meist vererbte) Nasenform passt nach eigenem Ermessen nicht zu den Gesichtsproportionen.
  • Die Nasenform weicht stark vom Idealbild ab (große Nasen, lange Nasen, kurze Nasen, schiefe Nase, Sattelnasen, Höckernasen, …).
  • Eine Erkrankung im Gesichtsbereich indiziert eine Nasenkorrektur.
  • Ein Unfall hatte Deformationen im Nasenbereich zur Folge, die durch eine Rhinoplastik behoben werden können.

Verfahren und Varianten von Nasenkorrekturen

In den meisten Fällen wird im Zuge einer Nasenkorrektur immer das Nasenskelett (Knorpel und Knochen) operativ verändert. Die Nasenscheidewand ist vor allem für die Konstruktion der Nasenform im unteren Bereich zuständig – dort, wo die Nase sich in ihrer Pyramidenform zeigt. Üblicherweise werden die Skalpell-Schnitte, die zur Nasenkorrektur nötig sind, im Bereich des inneren Naseneingangs gesetzt. Von dort aus hat der Operateur die Möglichkeit, Knorpel, Knochen sowie die Nasenscheidewand entsprechend zu formen.

Je nach individuellem Befund, der nach einer gründlichen Voruntersuchung möglich ist, können diese Korrekturen vorgenommen werden:

  • Geradestellung und Verkürzung der Nasenscheidewand zur Harmonisierung der Nasenspitze
  • Entfernung von Teilen der Nasenflügelknorpel zur Harmonisierung der Nasenspitze
  • Transplantation von Knorpeln (z.B. aus dem Ohrknorpelbereich)
  • Ablösung von Haut und Knorpeln, um den Nasenrücken zu modellieren (z.B. Abtragung von Höckern mit einem Meißel, Begradigung und Glättung durch Knorpeltransplantate)
  • Harmonisierung des kompletten Knochengerüsts (inkl. Neuformung der Nasenlöcher, Neuanlage des Winkels zwischen Nase und Oberlippe)

Sonderfall – Nasendeformationen

Ist eine Lippen-/Kiefer-/Gaumenspalte, eine unfallbedingte Deformation oder eine bereits operierte Nase der Ausgangspunkt der Nasenkorrektur, ist ein Einschnitt im Inneren des Naseneingangs häufig nicht ausreichend. Die Alternative ist dann ein Schnitt am Nasensteg, der (vorübergehend) sichtbar bleiben wird.

Vorbereitung auf eine Nasenkorrektur

Bei einer Nasenkorrektur handelt es sich um einen operativen Eingriff, der alle dazu nötigen Vorbereitungen erfordert. Neben der inhaltlichen Klarheit darüber, wie die Nase korrigiert werden soll, muss auch Transparenz darüber herrschen, welche Narkoseform beim jeweiligen Patienten möglich ist. Dazu müssen etwaige Unverträglichkeiten berücksichtigt werden. Alkohol, Nikotin sowie Medikamente (besonders gerinnungshemmende Produkte) müssen im Vorfeld ausgesetzt werden, um etwaige Komplikationen zu minimieren.

Risiken von Nasenkorrekturen

Die Risiken einer Nasenkorrektur beschränken sich auf den ästhetischen Bereich sowie die Risiken, die in Zusammenhang mit der Narkose vorliegen. Im ästhetischen Bereich kann die Unzufriedenheit des Patienten mit der Nasenkorrektur ein mögliches Risiko sein.

Die Unzufriedenheit tritt insbesondere dann auf, wenn die Voruntersuchungen nicht transparent genug waren oder falsche Erwartungen an die Nasenkorrektur gestellt wurden. Kleine Unregelmäßigkeiten werden vom Patienten mit Argusaugen begutachtet und als erheblicherer Mangel angesehen, als andere Mitmenschen dies vielleicht wahrnehmen würden. Zudem gibt es die Möglichkeit mit Verbänden, die während der Heilungsphase angelegt werden, kleine Unregelmäßigkeiten am Nasenrücken zu korrigieren. Sind operative Nachkorrekturen nötig (z.B. durch Knorpelunterfütterungen), werden diese häufig unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Zu den klassischen Narkoserisiken gehören in erster Linie Unverträglichkeiten gegenüber dem Narkosemittel. Unter die Rubrik „gesundheitsgefährdend“ fallen im Übrigen Nachblutungen, die ein erneutes Einsetzen einer Tamponade in der Nase nötig machen könnten.

Narkosevarianten

Die Narkoseart ist abhängig von der geplanten Operation. Kleinere Korrekturen an den Nasenknorpeln oder an der Nasenspitze sind unter einer örtlichen Betäubung möglich. Bei größer angelegten Nasenkorrekturen empfehlen Experten eine Vollnarkose. Diese ist nicht nur für den Patienten und dessen Nervenkostüm schonender, sondern ermöglicht auch die kontrollierte Absenkung des Blutdrucks – was auch die Blutung während der Operation selbst minimiert.

Dauer einer Nasenkorrektur

Nach der Operation wird eine Nasentamponade eingesetzt, die am ersten oder zweiten Tag nach der Operation entfernt wird. Ein Absaugen des Naseninnenraums in den ersten Tagen nach der Operation erleichtert den Patienten das Atmen, das zunächst nur eingeschränkt möglich sein wird. Wichtig ist, den Blutdruck nicht übermäßig zu steigern. Das bedeutet: In den ersten 24 Stunden wird vorrangig Bettruhe verordnet. Kleinere Spaziergänge sind erlaubt, um auch das Abschwellen der Nase zu forcieren. Eine örtliche Kühlung (u.a. der Augenpartie) kann helfen, die Schwellungen im Gesicht zu minimieren. Heiße Duschen, das Haare waschen über Kopf sowie körperliche Anstrengung oder Sport sind zu vermeiden, um den Heilungsverfolg nicht zu gefährden.

Der Nasengips, der insgesamt zehn bis 14 Tage auf der Nase verbleibt, muss meist schon am dritten oder vierten Tag nach der Operation gewechselt werden, weil die Schwellungen an der Nase entsprechend zurückgehen. Nach der finalen Entfernung des Nasengipses wird das Tragen eines Pflasterverbandes für etwa eine Woche nötig sein. Damit endet der äußerliche Heilungsprozess, obgleich die innere Wundheilung noch nicht abgeschlossen ist.

Wurde die Nase verkleinert, empfehlen Experten für weitere sechs bis acht Wochen ein Nasenrückenpflaster zu tragen. Allerdings beschränkt sich die Tragezeit dann auf die Nachtstunden, so dass tagsüber keine sichtbaren Zeichen mehr auf eine Nasenkorrektur hinweisen werden.

Kosten für Nasenkorrekturen in Polen

Im Vergleich mit den polnischen Nachbarn unterscheiden sich Rhinoplastiken dort und in Deutschland in punkto Operationsverfahren und Equipment nicht. Ausstattung, Operationsverfahren sowie die Ausbildung und Qualifikation der Ärzte lässt aus medizinischer Sicht keine Gründe zu, eine Nasenkorrektur in Polen anders zu bewerten als in Deutschland. Lediglich ein Merkmal unterscheidet die Operation – und das ist der Preis.

Vergleich der Kosten in Polen und in Deutschland

Der Kostenvergleich einer Nasenkorrektur zeigt deutlich günstigere Leistungen in Polen: Eine Knorpel-Knochen-Nasenkorrektur kostet in Polen zwischen 2.500 und 3.200 Euro. In Deutschland werden die Kosten für eine Nasenkorrektur ab 4.000 Euro aufwärts angesetzt.

Vergleich der (medizinischen) Leistungen

Der deutliche Preisunterschied liegt nicht etwa in mangelnden medizinischen Leistungen begründet, sondern fußt auf den günstigeren Kostenstrukturen, die in Polen vorherrschen. Diese kommen auch dann deutlich zum Tragen, wenn die Tage der Nachsorge in Polen verbracht und dort auch finanziert werden müssen. Selbst mit einem Erholungs- und Nachsorgeurlaub in Polen, werden die Kosten für eine Nasenkorrektur in Polen günstiger ausfallen, als in Deutschland.

Eine Kostenerstattung ist möglich, wenn funktionelle Gründe zugrunde liegen

Die Nase ist der menschliche Weg zur nötigen Frischluft. Wird die Frischluftzufuhr behindert durch eine Fehlstellung der Nase oder liegen durch eine Erkrankung oder einen Unfall andere medizinische Gründe vor, die die Funktion der Nase einschränken, dann können die Kosten für die Nasenkorrektur seitens der Krankenkasse bezuschusst werden. Sprechen indes rein ästhetische Gründe für die Nasenoperation, müssen die Kosten für die Nasenoperation vom Patienten selbst getragen werden.

Checkliste für Patienten

Eine Nasenkorrektur in Polen durchführen zu lassen, bedeutet einen ästhetischen oder einen medizinisch indizierten Eingriff mit einem Kurzurlaub zu verbinden. Die dafür nötigen Vorbereitungen gehen mit der folgenden Checkliste umso leichter von der Hand.

  • Bei jeder Operation – so auch bei der Nasenkorrektur – gilt: Je mehr im Vorfeld untersucht und geklärt ist, desto geringer ist auch das Risiko für Komplikationen während der Operation oder in der Heilungsphase. Daher empfehlen Experten, gewissenhaft alle Voruntersuchungen zu absolvieren.
  • Urlaub organisieren/Krankmeldung initiieren. Je nachdem, ob es sich um einen medizinisch nötigen Eingriff oder um ästhetische Beweggründe handelt, entscheidet sich auch, ob Urlaub beantragt werden muss oder eine Krankmeldung vorgelegt werden kann.
  • Koffer packen. Im Koffer des Patienten sollten sich Kleidungsstücke befinden, die nicht über den Kopf gezogen werden müssen, sondern mit einem Reißverschluss oder mit Knöpfen zu schließen sind. Das minimiert das Risiko, beim Anziehen an der frisch operierten Nase bzw. am Nasengips hängenzubleiben. In den ersten Tagen hilft ein Trockenshampoo beim Reinigen der Haare.
  • Begleitung organisieren. Wer in der glücklichen Lage ist, nicht alleine nach Polen reisen zu müssen, kann die Reise viel entspannter angehen. Die vertraute Person kann nach der Operation helfend zur Hand gehen, denn Anstrengung ist in jedem Fall zu vermeiden, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. Wer allein reist, sollte an Unterhaltungsequipment denken, was nicht anstrengt.
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