Die Ohrenkorrektur

Ohrenkorrektur
Abstehende oder nicht symmetrische Ohren sind vor allem für einige ein psychisches Problem. Eine Ohrenkorrektur ist aber in der Regel eine risikoarme ästhetische Schönheitsoperation.

Abstehende oder nicht symmetrische Ohren sind – wenn keine weiteren Fehlbildungen vorliegen – eine zunächst völlig harmlose Variante der Norm eines menschlichen Gesichtes. Sie müssen nicht behandelt werden. Aber nicht jeder Mensch ist psychisch gefestigt genug, um diese Fehlbildung einfach so wegzustecken.

Gerade Kinder leiden oft unter Spott und Hänseleien anderer Kinder, was sie zum Teil schwer mitnimmt. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können so sehr unter abstehenden Ohren leiden, dass ihr mangelndes Selbstbewusstsein zu ernsthaften psychischen Problemen führen kann. Spätestens dann sollte man überlegen, das Problem durch eine Ohrenkorrektur zu beheben.

Ohrenkorrekturen sind kein schwerer Eingriff und sie zählen zu den ältesten Methoden ästhetisch-plastischer Chirurgie. Eine Ohrenkorrektur soll das Abstehen beziehungsweise eine Asymmetrie der Ohren dauerhaft beseitigen, so dass die Ohren gleichmäßig am Kopf anliegen. Vielen Menschen jeden Alters hat dies in Deutschland und weltweit bereits geholfen, wieder ohne Schamgefühl und dafür mit mehr Selbstbewusstsein zu leben.

Zum Zeitpunkt der Ohrenkorrektur sollte die Ohrmuschel voll ausgewachsen sein. Das ist sie mit etwa vier bis fünf Jahren. Meistens werden Kinder im Alter von fünf  bis 14 Jahren operiert. Eine ganz wichtige Voraussetzung für eine Ohrenkorrektur ist, dass das Kind selbst mit der Veränderung einverstanden ist und in die Maßnahme mit einbezogen wird. Häufig wird der Eingriff vor der Einschulung gemacht, um dem Kind in der Schule Hohn und Spott zu ersparen. Natürlich können und werden auch Erwachsene operiert, die Eingriffe sind nahezu identisch.

Das Ziel der Otoplastik ist nicht, eine symmetrische, komplette Übereinstimmung beider Ohren zu erreichen. Das ist nämlich unnatürlich, eine individuelle, leichte Asymmetrie ist natürlich. Normalerweise werden beide Ohren operiert, auch wenn nur ein Ohr absteht, um eine Ausgewogenheit im ästhetischen Ergebnis zu erreichen.

Übrigens: Bis zum 17. Lebensjahr übernehmen normalerweise die Krankenkassen die Kosten für eine Ohrenkorrektur. Erwachsene müssen die Kosten in der Regel selbst tragen.

Operationsmethoden der Ohrenkorrektur

Zur Ohrenkorrektur werden hauptsächlich drei Methoden angewandt: die Nahttechnik nach Mustardé, die Schnitt-Nahttechnik nach Converse und die Ritztechnik nach Stenström. Alle Methoden wurden in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt und immer weiter modifiziert. Diese drei Grundtechniken werden teilweise auch miteinander kombiniert.

Bei der Nahttechnik wird zunächst die Ohrmuschelrückfläche frei gelegt und dann der Ohrknorpel durch Fadenzug in eine neue, dem Kopf mehr zugewandte Position gebracht.

Bei der Ritztechnik wird die Eigenschaft von Knorpeln genutzt, dass man nach einseitiger, oberflächlicher Ritzung die Form verändern kann. Dazu braucht man keine Naht. Bei der Ohrenkorrektur nutzt man dies durch Ritzschnitte an der Vorderfläche des Ohrknorpels.

Die kombinierte Schnitt-Nahttechnik schwächt die Knorpelstruktur durch definierte Schnittführungen und ermöglicht so eine Formgebung. Es wird von der Ohrmuschelrückseite operiert.

Welche dieser drei Methoden beziehungsweise welche Kombination derer angewandt wird, hängt von der Art der Fehlbildung ab. Oft stehen Ohren ab, weil es eine nicht oder zu wenig angelehnte Anthelixfalte gibt. Bei der Korrektur wird diese Falte rekonstruiert. Eine weitere häufige Ursache für abstehende Ohren ist ein Knorpelüberschuss der Ohrmuschel in den Gehörgangs-nahen Anteilen. Diese Fehlbildung wird durch Knorpelresektionen und Nahttechniken behoben.

Eine relativ neue Operationstechnik, die in Deutschland entwickelt wurde, ist die „Fadenmethode nach Dr. Merck“. Sie funktioniert ohne Schnitt von Haut und Knorpel, dafür mit speziellen Nähten. So entstehen keine sichtbaren Narben. Die Operation wird in örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt. Ein Kopfverband ist nicht erforderlich. Diese Methode ist auch für „Minimalkorrekturen“ geeignet. Der Erfinder der Methode behauptet, dass es mit dieser Technik nur noch wenige und harmlose Komplikationen gibt.

In der Fachliteratur wird außerdem über die konservative Behandlung der abstehenden Ohren durch Schienung und ohne Operation berichtet. Die Autoren behaupten, mit dieser Methode gute Ergebnisse zu erzielen, wenn die Behandlung direkt nach der Geburt innerhalb von drei Tagen begonnen und für sechs Monate konsequent fortgesetzt wird. Die Komplikationsrate dieser Methode ist aber nicht bekannt. Es gibt zahlreiche Gegner, die meinen, dass dies den Kindern nicht zumutbar ist. Andere sagen sogar, dass die Methode nicht funktioniert.

Seit einigen Jahren gibt es mit der so genannten Auri-Methode eine andere konservative Behandlung: Die Ohren des Säuglings oder des Kindes werden nachts mit einer speziellen Klammer und tagsüber mit einem speziellen Klebestreifen fixiert. Nach sechs Monaten soll es angeblich in acht von zehn Fällen gute Erfolge geben, aber die Komplikationsrate ist hoch.

Alle Eingriffe werden bei Kindern üblicherweise in Allgemeinnarkose, bei Erwachsenen in lokaler Betäubung durchgeführt. Bei normalem, gutem Verlauf hat die Operation keinerlei Auswirkungen auf das Hörvermögen. Nach dem Eingriff muss für 1-2 Wochen ein straffer Kopfverband getragen werden (siehe c)).

Operation der Ohrenkorrektur

Um eine Ohrenkorrektur möglichst ohne Komplikationen zu bewältigen, muss natürlich nicht nur der Chirurg sein Handwerk verstehen, sondern auch der Patient vorher „mitspielen“. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und welche Medikamente kurz vor dem Eingriff noch erlaubt sind und verzichten Sie möglichst auf Nikotin.

Wie jeder Eingriff kann es auch bei Ohrenkorrekturen zu Komplikationen kommen. Generell sind diese aber überschaubar, was auch an der großen Erfahrung in diesem Bereich der plastisch-ästhetischen Chirurgie liegt. Kurz nach einem Eingriff sind folgende Probleme möglich: Schmerzen, Überempfindlichkeit, Blutungen, Blutergüsse, allergische Reaktionen. Infekte, zu stark oder zu schwach anliegende Ohren, unerwünscht starke Asymmetrien.

Als spätere Folgen, also Probleme, die einige Zeit nach einer Ohrenkorrektur auftauchen können sind bekannt: Überempfindlichkeit auf Berührungen, Druck und Kälte, fadenfisteln, Deformation der Ohrmuschel, zu stark oder zu schwach anliegende Ohren, unerwünscht starke Asymmetrien.

Nach der Operation sollten Sie sich ein paar Tage Ruhe gönnen. In der Regel kann nach einer Woche alles wieder so laufen wie vorher. Auch Kinder können dann wieder zur Schule gehen. Wenn am Ohr Schmerzen auftauchen, können Sie diese medikamentös behandeln. In der ersten Woche nach der Operation muss ein Kopfverband nötig. Danach sollte für etwa drei Monate nachts ein Stirnverband getragen werden.

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