Die Postraffung

Postraffung
Mit Sport und Diäten kann man leider nur wenig gegen einen erschlafften Po tun. Deshalb erwägen viele eine Postraffung aus ästhetischen Gründen.

Viele Frauen, aber auch immer mehr Figur-bewusste Männer, sind mit der Form ihres Gesäßes unzufrieden. Die meisten finden es zu groß und/oder zu schlaff. Mit Sport und Diäten kann man leider nur wenig gegen einen erschlafften Po tun. Diese einfachen Mittel helfen einfach kaum gegen ein zu üppiges und schlaffes Gesäß.

Ursachen für überschüssige Haut und „Hängepartien“ im Po-Bereich sind Veranlagung zu schlechtem Bindegewebe, starke Gewichtsreduktion sowie in erster Linie ein normaler Alterungsprozess, der eine abnehmende Elastizität bewirkt. Wer ein so großes Problem mit der Unförmigkeit seines Pos hat, dass es ihn beeinträchtigt oder er psychische Probleme deswegen bekommt, sollte sich den Schritt zu einer Postraffung überlegen.

Möglicherweise reicht es aber auch aus, eine Fettabsaugung vornehmen zu lassen, das reicht meist dann, wenn die Haut noch vital und straff genug ist. Auch eine Kombination aus Fettabsaugung und Postraffung ist möglich. Diese Entscheidung sollten Patienten gut mit ihrem Arzt besprechen.

In den Händen erfahrener Spezialisten sind die Erfolgsaussichten eines operativen Eingriffs generell gut. Sie hängen aber unter anderem auch von der körperlichen Verfassung des Patienten ab (Allgemeinzustand, Hautzustand). Eine realistische Erwartung bewahrt vor Enttäuschungen.

Die Postraffung-Operation

Bevor Sie sich für eine Postraffung entscheiden, sollten Sie sich gründlich informieren. Im Gespräch mit dem Arzt Ihres Vertrauens sollten Sie genau ausloten, welche Operation in Ihrem individuellen Fall sinnvoll ist und wo Sie den Eingriff machen lassen.

Die Kosten für eine Gesäßstraffung hängen von der Art der Betäubung (örtliche Betäubung, Dämmerschlaf, Vollnarkose), der Art und dem Umfang der eigentlichen Operation, der Nachbehandlung (ambulant oder kurzer Klinikaufenthalt) und eventuell der Unterbringung ab. Die Postraffung ist keine Kassenleistung. Die Kosten betragen je nach Aufwand in Deutschland etwa 1500 bis 3000 Euro. Im Ausland gibt es weitaus günstigere Angebote, insbesondere in osteuropäischen Ländern. Die Qualität muss nicht schlechter sein, allerdings muss man Reisekosten beachten, eine eventuelle Unterkunft bezahlen und darauf achten, dass es keine sprachlichen Kommunikationsprobleme gibt. Zudem muss man bei einem Eingriff im Ausland beachten, dass es bei eventuellen Komplikationen nach einer Operation schwieriger wird als in Deutschland.

Achten Sie darauf, einen wirklichen Facharzt auszuwählen. Für eine Postraffung sollten Sie einen Facharzt für Plastische Chirurgie beziehungsweise einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie auswählen, der in diesem Bereich über Erfahrungen verfügt.

Vor dem Eingriff der Postraffung

Wenn Sie sich für einen operativen Eingriff entschieden haben, müssen Sie vorher ein paar Dinge beachten. So müssen Sie mit Ihrem Arzt klären, welche Medikamente noch erlaubt sind. Medikamente, die die Blutgerinnung verzögern, müssen normalerweise zwei Wochen vor der Operation abgesetzt werden. Dazu gehören auch Schmerzmittel wie Aspirin, die Acetylsalicylsäure enthalten. Diese Substanz kann die Blutgerinnung beeinträchtigen und das Risiko einer Nachblutung nach der Operation erhöhen. Ebenso sollten Patienten möglichst zwei Wochen vor dem Eingriff auf Nikotin und Alkohol verzichten. Wenn Sie gerade dabei sind, Gewicht zu reduzieren, sollten Sie zunächst Ihr Wunschgewicht erreichen. Bei schlanken Personen werden grundsätzlich bessere ästhetische Ergebnisse erzielt. Außerdem könnte eine stärkere Gewichtsreduktion nach dem Eingriff zu erneuten Hauterschlaffungen führen.

Der Operationsverlauf der Postraffung

Die Operation wird normalerweise stationär und unter Allgemeinnarkose vorgenommen. Die Voruntersuchungen werden am Vortag des Termins in der Klinik durchgeführt. Patienten können die Voruntersuchungen auch bereits von ihrem Hausarzt machen lassen. Rechnen Sie mit einem Klinikaufenthalt von mindestens ein bis Tagen, je nach Art und Verlauf des Eingriffs. Nur selten wird die Operation ambulant und in örtlicher Betäubung angeboten.

Der Anästhesist bespricht mit dem Patienten die Wahl der Narkose. Bereits in der Narkose wird aus hygienischen Gründen für ein bis zwei Tagen ein Blasenkatheter gelegt. Die Operation selbst dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. Es gibt unterschiedliche Operationstechniken, die sich nach Lokalisation, Art und Ausmaß des Hautüberschusses richten. Je nach Art des Eingriffs verbleiben unterschiedliche Narben.

Zunächst markiert der Chirurg die Schnittstellen direkt auf der Haut. Nach dem Einsetzen der Anästhesie öffnet der Arzt die Haut um das Gesäß entlang der zuvor markierten Linien. Meistens verläuft der Schnitt zwischen der äußeren Pofalte und der Leiste. Der Eingriff wird so narbenschonend wie möglich vorgenommen. Nun kann der Arzt überschüssige Haut, Gewebe, Fettgewebe und Unterhaut entfernen. Wenn notwendig und vorher im Gespräch als sinnvoll erachtet, wird zusätzlich Fett abgesaugt.

Die so verkleinerte Hautoberfläche wird anschließend straff um das Gesäß gelegt und an den Schnitten vernäht. Nur kleine Stellen bleiben offen, um hier sehr kleine Drainageröhrchen zu verlegen, durch die Blut und Wundsekret abfließen kann. Diese Röhrchen werden nach wenigen Tagen wieder entfernt, die Hautpartien wachsen dann von selbst wieder zusammen. Im Anschluss wird ein spezieller Druckverband beziehungsweise Kompressionsmieder angelegt, um Schmerzen und Schwellungen zu mindern.

Nach der Po-Operation

Nach dem Eingriff sollten sich die Patienten die nötige Zeit nehmen, um sich gut von der Operation zu erholen. Sie sollten etwa zwei bis drei Wochen zur Genesung einplanen. Stehen Sie möglichst früh nach der Operation auf, sobald Ihnen das der Arzt erlaubt. So können Sie die Bildung von Blutgerinnsel vermeiden. Dabei sollten Sie den Oberkörper nicht ganz strecken, damit die Nähte entlastet werden und nicht einreißen.

Wenn Sie noch im Bett liegen, sollten Sie eine für den Bauch entlastende Position einzunehmen, also die Knie leicht anwinkeln, um den Wundbereich zu entlasten und die Nähte halten zu lassen. Die während der Operation eingelegten Drainagen werden normalerweise nach zwei Tagen wieder entfernt. Schmerzen im Wundbereich sind normal und können medikamentös behandelt werden. Die Hautfäden werden nach etwa zwei Wochen entfernt.

Die Patienten sollten in den ersten sechs bis acht Wochen körperliche Anstrengungen und Sport vermeiden beziehungsweise nur nach Absprache mit dem Arzt betreiben. Genauso lange sollte die Kompressionsbandage getragen werden.

Risiken und mögliche Komplikationen

Es gibt keine Operationen ohne Risiken und potentielle Komplikationen, die während oder nach dem Eingriff auftreten können. Mögliche Risiken während der Operation sind stärkere Blutungen, die aber selten vorkommen. Ebenfalls selten, aber grundsätzlich möglich sind Druckschäden an Nerven oder Weichteilen. Wenn diese auftreten, bilden sie sich normalerweise aber auch nach ein paar Wochen wieder zurück. Ebenfalls möglich sind Hautschäden durch Desinfektionsmittel.

Nach dem Eingriff sind ebenfalls Komplikationen möglich. So kann es in seltenen Fällen zu Nachblutungen kommen. Im schlechten Fall muss zur Blutstillung noch einmal operiert werden. Blutergüsse im Wundbereich bilden sich normalerweise selbständig zurück. In manchen Fällen kommt es zu einem Taubheitsgefühl im Randbereich der Wunde. Dies passiert, wenn Hautnerven geschädigt wurden. Dieses Taubheitsgefühl bildet sich in der Regel nach einigen Monaten zurück. Im Operationsbereich kann es zu Schmerzen, Schwellungen und Spannungsgefühlen kommen. Dagegen helfen die Bandage und/oder Schmerzmittel.

Möglich sind auch Wundheilungs- und Durchblutungsstörungen im Bereich der Wundränder. Dadurch können sich im negativen Fall breitere Narben bilden, die durch einen Korrektureingriff behoben werden können, um ein ästhetisch besseres Ergebnis zu erzielen. Bei Wundheilungsstörungen muss der Patient eventuell länger in der Klinik bleiben und eventuell sogar nachoperiert werden. Normalerweise verbleiben kaum sichtbare Narben. Je nach Veranlagung können diese aber auch recht ausgeprägt sein. Auch hier kann nachträglich noch einmal operiert werden, um diese unschönen Folgen zu beseitigen.

Sehr selten kommt es zu Blutgerinnseln, die aber dann richtig gefährlich werden können, weil sie zum Verschluss eines Blutgefäßes führen können, was lebensbedrohlich sein kann. Die Bildung von Blutgerinnseln wird durch Nikotin, die Einnahme von Antibabypillen und zu wenig Bewegung begünstigt.

Wenn ein Patient auf Medikamente oder Betäubungsmittel überreagiert, können Brechreiz, Juckreiz oder Hautausschlag auftreten. Klären Sie deshalb im Vorfeld immer mit ihrem Arzt, ob es bereits festgestellte Empfindlichkeiten gibt, um dieses Risiko zu minimieren.

An Wunden können Infektionen auftreten, was aber auch sehr selten vorkommt. Die Wundränder können aufreißen, wenn der sich Patient zu früh oder zu stark bewegt oder körperlich belastet.

All diese Risiken und möglichen Komplikationen können aber minimiert werden, wenn sich der Patient strikt an die Absprachen und Empfehlungen der Vor- und Nachsorge hält.

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