Schadenersatz und Schmerzensgeld bei Behandlungsfehlern

Schadenersatz und Schmerzensgeld bei Behandlungsfehlern stehen den Patienten zu

Wenn Patienten ihren Behandlungsverlauf überprüfen lassen, suchen sie Aufklärung. Falls dabei ein Behandlungsfehler festgestellt wird, gibt es unterschiedliche Wege, wie mit dem Ergebnis weiter verfahren werden kann. Einige Patienten würden den behandelnden Arzt am liebsten hinter Gitter bringen, andere wollen die aufgewendeten Kosten erstattet haben und wieder andere möchten Schmerzensgeld. Weitere Beweggründe können sein, dass Betroffene nachfolgenden Patienten eine ähnliche Situation ersparen wollen und darum das Fehlermanagement in der medizinischen Einrichtung an den Pranger stellen. Wie auch immer die Motivation ist, sie hat Einfluss auf die weiteren Schritte.

Es ist nicht einfach, die Höhe eines angemessenen Schmerzensgeldes und den materiellen Schaden einzuschätzen. Deshalb ist es zielführend, einen kompetenten Rechtsbeistand zu engagieren. Für Geschädigte ist wesentlich zu wissen, dass die Verjährungsfrist nur gehemmt werden kann, wenn wirksame rechtliche Schritte in den gesetzlich zulässigen Fristen eingeleitet werden. Der medizinische Sachverhalt ist zeitnah aufzuarbeiten und zu klären. Zwar kann man kein pauschales Urteil fällen, doch sollten sich Betroffene sehr genau überlegen, ob sie eine Strafanzeige stellen oder nicht. Strafanzeigen bringen eine ganze Reihe von nachteiligen Konsequenzen für den Betroffenen mit sich und meistens ist es durchgreifender, Schmerzensgeld und Schadenersatz zu fordern.

Video: Schadensersatz und Schmerzensgeld nach Unfall oder Behandlungsfehler

Schadenersatzleistungen im Detail

Als Schadenersatzleistungen können eine ganze Reihe von Kostenpunkten geltend gemacht werden. Hierzu gehören:

  • Schmerzensgeld
  • Schmerzensgeldrente
  • der Verdienstausfall
  • entgangener Gewinn
  • Mehraufwendungen
  • Haushaltsführungsschaden
  • Fahrt- und Pflegekosten
  • Unterhaltskosten
  • Beerdigungskosten
  • Anwalts- und Gerichtskosten.

Das Schmerzensgeld erfüllt zwei Anforderungen. Es dient als Ausgleich für den erlittenen Schmerz und soll den Betroffenen in die Lage versetzen sich Erleichterung zu verschaffen, sodass die erlittenen Schäden zumindest teilweise ausgeglichen werden können. Der andere Punkt ist, dass die Geschädigten durch die Zahlung von Schmerzensgeld eine Genugtuung für das erlittene Unrecht erhalten. Die Höchstsätze in Deutschland liegen bei allerschwerster Schädigung etwa bei einer halben Million Euro. Die genaue Höhe allerdings wird vom Gericht im Einzelfall festgelegt.

Schmerzensgeld wird für Verletzungen und Schädigungen am Körper, an der Gesundheit, bei Freiheitsberaubung oder sexuellen Übergriffen bezahlt. Für den Tod selbst wird kein Schmerzensgeld bezahlt, denn ein Toter empfindet keinen Schmerz. Allerdings knüpft das Gericht die Schmerzensgeldansprüche an die Phase des Leidens bis zum Tod. Wird auf Schmerzensgeldrente erkannt, müssen besonders schwere und lebenslang wirksame Dauerschäden festgestellt werden. Das können zum Beispiel schwere Hirnschäden, eine Querschnittslähmung oder der Verlust eines Sinnes sein.

Der materielle Schadenersatz soll mittels eines Geldbetrages den Geschädigten in die Lage versetzen, in der er sich ohne den Behandlungsfehler befinden würde. Als Schadenposition kommen hier unter anderem der Verdienstausfall, der entgangener Gewinn, Kosten für Behandlungen, Fahrt- und Pflegekosten, entstanden Anwalts- und Gerichtsgebühren und anderes mehr in Betracht. Für die Entschädigung gilt grundsätzlich, dass nur der Schaden ersetzt werden kann, der auch tatsächlich entstanden ist. Oft übernimmt nämlich die Krankenkasse bereits die notwendig gewordene Folgebehandlung und die damit in Zusammenhang stehenden Kosten. Damit gehen die Ansprüche des Schadensersatzes in diesen Punkten auch auf die Krankenkasse über.

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