Die Schamlippenverkleinerung

Schamlippenverkleinerung
Die innere Schamlippen können bei manchen Frauen vergrößert sein aufgrund von Veranlagung, altersbedingter Erschlaffung des Gewebes oder einer Geburt.

Am äußeren weiblichen Genital befinden sich die großen (äußeren) Schamlippen und die kleinen (inneren) Schamlippen. Normalerweise werden die kleinen Schamlippen von den großen von außen bedeckt. Die inneren Schamlippen können jedoch bei manchen Frauen vergrößert sein. Dies kann mehrere Gründe haben. Veranlagung, altersbedingte Erschlaffung des Gewebes oder eine Geburt sind die Hauptursachen. Die vergrößerten inneren Schamlippen treten dann – mehr oder weniger ausgeprägt – zwischen den äußeren Schamlippen hervor und hängen hinunter. Bei manchen Frauen sind die Schamlippen auch ausgeprägt asymmetrisch, also unterschiedlich ausgeprägt.

Dieses Problem der „verlängerten“ Schamlippen ist meist „nur“ ein ästhetisches Problem. Allerdings kann sich dies zu einer wirklichen Belastung für die Frau ausweiten, so dass es zu einem psychischen Problem werden kann. Außerdem treten mitunter weitere Probleme auf wie Scheuern und Schmerzen beim Radfahren, Reiten oder anderen Aktivitäten oder es kommt zu Störungen beim Geschlechtsverkehr.

Die Schamlippenkorrektur beziehungsweise Schamlippenverkleinerung wird in der Fachsprache Labioplastik genannt. Die Labioplastik ist ein chirurgisches Verfahren zur Reduzierung, Remodifizierung, Rekonstruktion oder Entfernung der – normalerweise – inneren Schamlippen. Auch an den äußeren Schamlippen sind Veränderungen möglich, werden jedoch selten durchgeführt.
Auf diesem Ratgeber-Portal erklären wir, welche Gründe es für einen solchen Eingriff an den Schamlippen gibt, wie die Operation verläuft und welche Risiken und Komplikationen möglich sind.

Gründe für eine Schamlippenverkleinerung

Wenn die inneren Schamlippen vergrößert sind und zwischen den äußeren Schamlippen mehr oder weniger heraustreten und herunterlappen, ist dies für manche Frau ein Problem. Ursachen dafür sind Veranlagung, altersbedingte Erschlaffung des Gewebes oder eine Geburt. Auch können die Schamlippen nicht symmetrisch sein. Die Folge: Es gibt das ästhetische Problem, welches von Frauen ganz unterschiedlich wahrgenommen wird und es gibt „greifbare“ Beschwerden wie Schmerzen und/oder Schwellungen bei bestimmten sportlichen Aktivitäten oder beim Geschlechtsverkehr.

Die funktionale Beeinträchtigung bei hervorstehenden kleinen Schamlippen kann in einer sexuellen Dysfunktion beziehungsweise Orgasmus-Schwierigkeiten bestehen. Durch eine Schamlippenverkleinerung kann dieses Problem gelöst werden. Weitere Gründe für einen Eingriff im Bereich der Schamlippen können eine Tumorentfernung, bestimmte Stoffwechselerkrankungen oder geschlechtsangleichende Operationen sein.

Mindestens ebenso häufige Gründe für einen Eingriff sind ästhetischer Natur. Dann handelt es sich bei der Operation um eine Schönheitsoperation. Dass in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen eine Schamlippenverkleinerung machen lassen, liegt auch daran, dass es immer beliebter geworden ist, sich den Schambereich komplett zu rasieren, so dass eventuelle Probleme im Bereich der Schamlippen auffälliger wurden. Außerdem ist es heutzutage völlig normal, sich auch öffentlich nackt zu zeigen, etwas an bestimmten Strandabschnitten oder in Einrichtungen wie Saunen. Für ein leicht verzerrtes Normbild kaum sichtbarer innerer Schamlippen sorgt zudem die Erotik- und Pornografie-Industrie. Die meisten Frauen in diesen Branchen sind operiert beziehungsweise werden so dargestellt, dass eventuelle Probleme nicht sichtbar sind.

Die vielen unterschiedlichen Gründe, egal ob ästhetischer Natur oder wegen spürbarer Beschwerden, führten in der Vergangenheit in Deutschland dazu, dass immer mehr Frauen ihre Schamlippen operativ verkleinern ließen und lassen. Experten schätzen die Zahl dieser plastisch-chirurgischen Eingriffe allein in Deutschland auf etwa 20.000 bis 30.000 pro Jahr.

Risiken und mögliche Komplikationen der Schamlippenverkleinerung

Schamlippenverkleinerungen sind für Fachärzte Routine-Eingriffe, bei denen in aller Regel keine größeren Komplikationen zu erwarten sind. Dennoch gibt es potentielle Probleme, die hier auch skizziert werden sollen. Relativ häufig sind nach der Operation größere Schwellungen sowie leichte Schmerzen im Schamlippenbereich. Wegen dieser Schwellung sieht der Scheideneingang anders aus als nach einigen Tagen, wenn die Schwellungen abgeklungen sind. Dies dauert normalerweise acht bis zehn Tage, dann sollten Schwellungen und Schmerzen verschwunden sein.

Nach einer Schamlippenverkleinerung kann es die ersten Tage zu Problemen beim Sitzen kommen. Zudem können bei der Operation anatomische Strukturen verletzt werden, was zu Blutungen, Nachblutungen und Blutergüssen führen kann. Zudem sind grundsätzlich auch Wundheilungsstörungen sowie übermäßige Narbenbildung möglich. Auch allergische Reaktionen gibt es, allerdings sind alle genannten Komplikationen ziemlich selten.

Weil man im Genitalbereich kaum eine sterile Umgebung halten kann, sind Infektionen und ein Aufklaffen der Wundrand-Bereiche nicht selten. Meistens sind diese jedoch nicht so gravierend, dass sie behandelt werden müssten. Schwierigeren Komplikationen können die Frauen durch eine optimale und vorsichtige Pflege entgegenwirken. Die Patientin sollte sich diesbezüglich gründlich vom Arzt beraten lassen.

Operationsvorbereitung der Schamlippenverkleinerung

Zuerst sollte sich die Frau gut und nicht allein überlegen, ob eine Schamlippenverkleinerung tatsächlich notwendig ist. Hat sie sich aus ästhetischen und/oder gesundheitlichen Gründen dazu entschieden, sollte sie zunächst ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Arzt des Vertrauens führen. Der wird anschließend die Patientin untersuchen und die Schamlippen beurteilen, um festzulegen, wie und mit welchem Ziel der Eingriff vorgenommen wird. Ziel einer Schamlippenverkleinerung ist es, die inneren Schamlippen auf eine normale Größe zu reduzieren, so dass sie wieder durch die großen Schamlippen bedeckt werden. Bei unterschiedlich großen inneren Schamlippen geht es um die Angleichung.

Operationsverlauf der Schamlippenverkleinerung

Der Eingriff erfolgt meist ambulant und unter lokaler Betäubung. Natürlich ist der Eingriff auch stationär und mit Vollnarkose möglich, dann dauert es länger und wird teurer. Das überschüssige Gewebe, also der von außen sichtbare Teil der inneren Schamlippen, wird hierbei mit einem Laser entfernt. Dies kann durch einen bogenförmigen Schnitt entlang der Schamlippe erreicht werden, oder der Chirurg schneidet ein keilförmiges Gewebestück aus der Schamlippe und näht die Schnittflächen zusammen. So wird die gewünschte Straffung erreicht. Häufig wird zusätzlich eine Kürzung der Klitorisvorhaut durchgeführt, wenn diese ebenfalls hervorsteht. Die Operation dauert in der Regel eine halbe bis eine Stunde. Zum Schluss wird die Wunde mit sich selbst auflösenden Fäden vernäht.

Es handelt sich bei der Schamlippenverkleinerung um eine relativ kleine Operation, so dass die Wundheilung rasch verläuft. Die Operation ermöglicht meist das gewünschte Ergebnis mit kleineren inneren Schamlippen in der gewünschten Form. Normalerweise wird die Sensibilität der Schamlippen nicht beeinflusst.

Nachsorge der Schamlippenverkleinerung

In den ersten Tagen nach der Operation müssen die Patientinnen eine Vorlage tragen. Sie sollten auf allzu große körperliche Anstrengungen sowie Geschlechtsverkehr für etwa zwei bis vier Wochen – je nach Verlauf des Eingriffs und Gesundheitszustand der Frau – verzichten. Die Frauen sollten auch keine zu engen Hosen tragen. Kühlende Sitzbäder beschleunigen den Heilungsprozess. Genitalhygiene muss natürlich auch sein, aber vorsichtiger vorgenommen werden als gewohnt. Sollten keine selbstauflösenden Fäden benutzt worden sein, werden die Fäden nach gut einer Woche gezogen.

Nach dem Eingriff sind bei normalem Verlauf und selbstauflösenden Fäden keine Kontrollen zwingend notwendig. Die Ärzte raten jedoch dazu, nach etwa ein bis zwei Wochen zur Kontrolle zu gehen. Ebenfalls empfiehlt sich eine Kontrolle nach etwa drei Monaten, um das endgültige Ergebnis beurteilen zu lassen.

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